Wie ein menschlicher Herzschlag: So wird beim Musik machen das Tempo erhöht

Wie ein menschlicher Herzschlag: So wird beim Musik machen das Tempo erhöht

Papa macht am Montagabend immer mit seinen Freunden im Keller Musik. Meistens spielen sie Jazz, aber auch Rock. Papa hat früher einmal in einer Band gespielt. Manchmal darf Paul zuhören. Klingt ziemlich lahm, was die alten Herren da spielen, findet er.

"Ihr müsst die Schlagzahl erhöhen, dann geht es ab", sagt er. Da kommt gerade Mama herein: "Wen wollt ihr erschlagen?", fragt sie und lacht. Keine Angst: Wenn in der Musik die Schlagzahl erhöht wird, ist niemand in Gefahr. Es wird nur schneller gespielt.
Von der Schlagzahl hängen nämlich Tempo und Rhythmus der Musik ab. Die Schlagzahl ist das Maß für das Tempo. Als "Schlag" wird eine Note bezeichnet, die gespielt werden muss. Die Schläge werden als Takte in Gruppen zusammengefasst. Jeder, der schon einmal ein Instrument gespielt hat, oder im Chor singt, kennt das. Auf dem Notenpapier steht zum Beispiel ein Takt mit vier Viertelnoten. "Eins, zwei, drei, vier", zählt der Musiklehrer vor. Das sind vier Schläge oder vier Viertelnoten in diesem Takt. Die Dauer des Tons ist der sogenannte "Grundschlag". Nach ihr wird gezählt.
Wie lange eine Viertelnote, also ein Schlag dauert, legt der Komponist vorher fest. Dabei bestimmt er, wie viele Schläge in einer Minute zu spielen sind. Auf Englisch heißt die Zahl der Schläge pro Minute "beats per a minute", abgekürzt BPM. Mit BPM wird heute allgemein in der Pop- und Rockmusik, aber auch im Jazz, die Schlagzahl angegeben.
Lange war das mit den Schlägen eine ziemlich kniffelige Sache. Zum Glück wurde vor 200 Jahren ein Instrument erfunden, das Metronom, auf dem die Schlagzahl pro Minute eingestellt werden kann. Das Metronom zählt die Schläge vor. Der Schlag ist so etwas wie der Puls der Musik. Tatsächlich hat der Puls der Musik auch etwas mit dem menschlichen Puls, dem Stoß unseres Herzschlages zu tun. Ob wir Musik als schnell oder langsam empfinden, hängt damit zusammen, wie sie zu unserem Herzschlag passt. Langsam ist sie für uns, wenn sie in der Minuten weniger Schläge macht als unser Herz. Wahnsinnig schnell und aufregend wirkt sie dagegen bei 300 Schlägen pro Minute.
Dass die Schlagzahl der Musik genau festgelegt ist, ist wichtig: Denn so merken wir erst das unterschiedliche Tempo und den Charakter verschiedener Musikstücke.