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Wie früher beim Heringsbändiger

Einzelhandel

Zum Bericht „Geschäft mit Mission zieht in Top-Lage“ (TV vom 6. Juni) über den Unverpackt-Laden in Trier:

Bis 1968 betrieb unsere Familie 40 Jahre lang eine elterliche Lebensmittelgroßhandlung. Im Trierischen Volksmund hat man einen solchen Kaufmann als „Heringsbändiger“ bezeichnet. Das heißt: Heringe, Sauerkraut und „Penner-Diesel“, Wermut und Rotwein, wurden aus dem Faß angeboten, in das Behältnis/Flasche gefüllt und verkauft.

Kaffee, selbst gebrannt, in Tüten. Hülsenfrüchte haben wir kiloweise abgewogen und in Papiertüten für unsere Kunden abgefüllt.

Die Kunden mussten die Behältnisse, Flaschen und so weiter mitbringen. In einer für damalige Verhältnisse großen Firma in Worms und Hessen habe ich meine kaufmännische Lehre als „Stift“ und nicht als Auszubildender gemacht.

Wenn ich heute in einem SB-Markt einkaufe, habe ich immer meine Textil-Tragetaschen dabei. Es wundert mich immer wieder, dass sicher nicht wohlhabende Kunden ganz locker eine oder mehrere Kunststofftragetaschen greifen und  bezahlen und anschließend weg werfen. Umweltbelastung hoch drei.

Hans-Peter Haag, Trier