Wohnen in einer Burg: Brrrr ist mir kalt!

Wohnen in einer Burg: Brrrr ist mir kalt!

Wie lebten die Menschen damals in einer Festung, die weder Heizung noch Dusche hatte? Lucky hat einen Experten gefragt.

Keine Dusche, keine Heizung und Mauern aus kaltem Gestein - das Leben auf einer Burg war nicht unbedingt bequem. So war es auch auf der Isenburg. Dort hauste Graf Friedrich von Isenberg mit seinen Leuten. Er war vor fast 800 Jahren der Herr der Isenburg. Sie lag bei Hattingen im heutigen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Vermutlich arbeiteten und wohnten auf der Burg bis zu 150 Menschen, schätzt Experte Michael Lagers. Denn ein Burgherr hatte für alles seine Leute: etwa Handwerker, Bedienstete für die Küche und für die Pferde. Oft gab es sogar einen Geistlichen, der mit den Burgbewohnern betete.

Wenn Friedrich durchs Burgtor ritt, kam er auf das Gelände der Unterburg. Dort lagen Ställe und Werkstätten. Wenn der Graf in die Oberburg wollte, musste er durch ein weiteres Tor. Dahinter fand er zum Beispiel die Küchengebäude, die Kapelle und den Palas. Im Palas wohnte der Graf mit seiner Familie.

Palas klingt zwar nach Palast, aber dort war es nicht sehr gemütlich - zumindest würden wir das heute finden. "In der Burg war es furchtbar kalt", sagt der Experte. Der Wind pfiff durch die Ritzen. Die Burg war aus Steinen gebaut. Und wenn die erst mal ausgekühlt waren, dauerte es lang, bis es wieder warm wurde. Eine Zentralheizung gab es natürlich nicht, höchstens einen Kamin. "Nur wenige Räume waren beheizt", sagt Michael Lagers. Nachts kuschelten sich die Ritter unter Decken und Felle.

Zu Hause trug Friedrich übrigens keine Rüstung - die war nur für Kämpfe und Turniere. "Wahrscheinlich trug er eine Tunika aus feinen, edlen Stoffen", sagt der Fachmann. Das ist ein langes Gewand. An den Füßen hatte er vermutlich Lederschuhe und an den Händen Ringe. Richtige Unterwäsche besaß Friedrich nicht - stattdessen wickelte er sich Tücher um.
Von seiner Burg sind heute nur noch Ruinen erhalten. Alles andere wurde nämlich im Jahr 1226 zerstört.

Katharina Heimeier