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XCOM: Enemy Within

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Kann man ein ohnehin schon grandioses Spiel noch besser machen? Der neuste "XCOM"-Ableger gibt euch die Antwort darauf. Matthias Probst

Im letzten Jahr wurde das Remake von "XCOM: Enemy Unknown" zurecht mit Preisen und Auszeichnungen überschüttet. Der Rundenstrategie-Titel verbindet modernes Gameplay - auch auf Konsolen - mit dem charmanten Flair des Klassikers von 1994. Nur wer taktisch gewieft agierte, konnte das Überleben seines Squads garantieren. Das Besondere am Spiel sind nämlich nicht nur die zufällig generierten Karten und Gegnerpositionen, sondern auch der permanente Tod eurer Soldaten, wenn es sie mal erwischt hat. Dadurch wachsen einem die kleinen, virtuellen Kämpfer während der Kampagne eng ans Herz - zumal ihr sie mit Namen eurer Freunde individualisieren könnt. Aber machen wir es kurz: Egal ob nun das packende Szenario von angreifenden Aliens, die eingängige Steuerung, die dutzenden, taktischen Möglichkeiten, das Fähigkeiten-System, die schicke Optik oder das Ausbauen der Basis - bei diesem Spiel stimmt einfach alles. Was kann man da noch verbesser?

"XCOM: Enemy Within" gibt darauf eine überraschende Antwort. Eins vorweg: Das als Add-On gedachte Spiel schafft es doch tatsächlich, das Hauptspiel noch interessanter zu machen - und das mit einer Leichtigkeit, der einfach Respekt gebührt. Bevor es aber zu den Details geht, sei eine Sache noch im Vorfeld geklärt: "Enemy Within" verlangt von PC-Spielern die Installation des Hauptspiels. Wer die Konsolen-Version kauft, erhält damit ein eigenständiges Spiel, das auch ohne den Vorgänger auskommt.

Jetzt wird's taktisch

Den Jungs von Firaxis muss man eins hoch anrechnen: Wie die Programmierer ihre Sache angehen, zeugt von einer hohen Liebe zum eigenen Produkt. So wurden etliche Wünsche der Fans erhört und nun integriert. Das fängt an bei neuen Skills, geht über neue Karten und Ausrüstungsgegenstände und hört auf bei neuen Soldaten- und Alientypen, die das Spielgeschehen wieder völlig umkrempeln.

Konnte man seine Recken zuvor lediglich mit einer überschaubaren Zahl an sekundären Items ausrüsten - Granaten, Medikits usw. - gibt man dem Spieler nun mehr Möglichkeiten an die Hand: Ob nun Gas- oder Nagelgranaten, Lockfallen oder zerstörerische Blaster - hier können sich Taktiker nun besser austoben. Auch die Fertigkeiten der einzelnen Soldaten wurden etwas verfeinert und passen sich inzwischen besser an euren individuellen Stil an - vorausgesetzt ihr habt genug Ressourcen auf dem Konto für diese Verbesserungen. An dieser Stelle überrascht der Titel nämlich erneut: Das Zauberwort lautet Meld.

Die neuen Karten - zum Teil auch einige der alten - wurden dieses Mal so angelegt, dass sich darauf eine neue Ressource namens Meld befindet. Allerdings habt ihr nur eine Chance dran zu kommen, wenn ihr etwas riskiert. Das Problem ist nämlich, dass der gute Rohstoff nach einiger Zeit zerstört wird, wenn ihr nicht schnell genug seid. Daher solltet ihr also immer abwägen, wie ihr vorgeht.

Dutzende Möglichkeiten

Habt ihr euch nach einer Mission am Meld bereichert - normalerweise gibt es etwa 20 Einheiten davon pro Auftrag - kann das Forschen losgehen. Mit dem neuen Material könnt ihr eure Soldaten entweder genetisch oder auch kybernetisch aufwerten. Im ersten Fall sorgt dies beispielsweise dafür, dass ihr euch unsichtbar machen könnt, weiter seht, euch gegen Gedankenkontrolle wehren könnt oder eure Ausdauer mit zwei Herzen erhöht.

Ebenfalls interessant wird es, wenn ihr Körperteile eurer Veteranen durch mechanische Prothesen ersetzt: Den dadurch gewonnenen Mech-Soldaten dürft ihr - genügend Meld und Geld vorausgesetzt - zu einem Kampf-Kollos entwickeln, der das Schlachtfeld zum Beben bringt. Ob nun ein wuchtiger Schlag, der jeden Gegner aus den Latschen haut oder lieber ein Flammenwerfer, der ein feuriges Inferno hinterlässt - die Entwickler hatten anscheinend viel Spaß beim Ausdenken von Ideen.

Nicht unterschätzen

Doch was ihr könnt, können die Aliens allerdings auch: Daher solltet ihr äußerst vorsichtig sein, wenn sich ein kleiner Humanoid plötzlich in der Rüstung eines Mechs befindet. Doch damit ist es mit dem Widerstand nicht genug: Wie der Titel bereits andeutet, machen nun auch Feinde innerhalb der Konförderation Probleme. Eine neue Fraktion namens Exalt unterwandert eure Basis, bestiehlt euch und sabotiert Einsätze. Fast die Hälfte des Spiels seid ihr damit beschäftigt, das Land ausfindig zu machen, von dem aus die neue Fraktion agiert. Habt ihr das gemeistert, heißt es: Nieder mit dem Feind. Danach könnt ihr euch wieder gemütlich auf die Aliens konzentrieren.

Fazit

Insgesamt schafft Firaxis das unglaubliche Meisterstück, dass sich der Zusatz so anfühlt als wäre er schon immer Teil des Ganzen gewesen - alle neuen Spielmechaniken greifen perfekt ineinander und verwandeln das Spiel zu einem noch besseren Titel. Vor dieser Leistung "Hut ab!". Dennoch kann ich Neulingen nur wärmstens empfehlen, euch auch das ursprüngliche Spiel anzuschauen, bevor ihr euch ins Gefecht stürzt. Der Strategie-Hit verspricht Unterhaltung auf hohem Niveau - und das für hunderte Stunden. Zum Glück fangen draußen ja die kalte Tage an…

Genre: Strategie, Action
Für: PS3, Xbox 360, PC // Entwickler: Firaxis // Publisher: 2K
Spieler: 1 // Online: ja // USK: ab 16 Jahren
Internet: http://www.xcom.com/enemywithin/de/