Zensus 2011: Wer jetzt noch nicht mitmacht, muss Zwangsgeld zahlen

Zensus 2011: Wer jetzt noch nicht mitmacht, muss Zwangsgeld zahlen

Die Volksbefragung Zensus 2011 ist nahezu abgeschlossen. Sie soll über Einwohnerzahlen und den Wohnungsbestand Aufschluss geben. Das Statistische Landesamt verzeichnet eine Rücklaufquote von 99 Prozent. Für Verweigerer wird es teuer.

Wie viele Menschen wohnen wo? Das zu klären, ist Kernziel der großen Volkszählung im vergangenen Jahr, bei der 1,1 Millionen Hauseigentümer und Verwalter sowie 560.000 Personen in Haushalten in Rheinland-Pfalz befragt wurden. Die amtliche Einwohnerzahl ist Bemessungsgrundlage für rund 50 Gesetze. So basieren die Sitzverteilung im Bundesrat, die Wahlkreiseinteilung und die Finanzströme im Länderfinanzausgleich zwischen Ländern und Kommunen darauf.

Nach der letzten Volkszählung 1987 ergab sich laut Jörg Berres, Präsident des Statistischen Landesamtes, eine Neuverteilung von rund einer Milliarde Euro.

Zweites Ziel des Zensus: Daten zu gewinnen über die Wohnraumnutzung (Leerstände, Wohnungstypen, familiäre Zusammenhänge), um städtebauliche Planungen zu verfeinern.

Die Teilnahme war verpflichtend, entsprechend hoch die Rücklaufquote. "Wir sind sehr zufrieden", sagt Berres. Wer nicht teilgenommen hat - die Chance dazu besteht noch - muss zahlen. 15.000 Mahnbescheide wurden an Hauseigentümer und 1000 an Einzelpersonen verschickt. Verweigerern droht ein Zwangsgeld von 300 Euro, das von der Landesoberkasse vollstreckt wird. Anfängliche Befürchtungen, Rechtsextremisten könnten sich als Interviewer in Haushalte einschleichen, haben sich nicht bewahrheitet. "Das war bei uns kein Thema", sagt Jörg Berres.

Die Erhebungsbeauftragten, meist aus dem öffentlichen Dienst, seien sorgfältig ausgewählt worden. Ab März stehen noch kleinere Restprüfungen an. Es werden 70.000 Briefe verschickt, um Unstimmigkeiten zwischen den Zensus-Angaben und Melderegisterdaten in Bezug darauf zu klären, wie viele Personen in einem Haushalt leben. Auch unvollständige Angaben werden hinterfragt. So konnte etwa für rund 50.000 Gebäude noch kein Eigentümer festgestellt werden.

Die ersten Ergebnisse des Zensus über die amtlichen Einwohnerzahlen werden erst im Dezember vorliegen.

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