Zu wenig Waggons: Hunderte Schüler quetschen sich in Züge

Zu wenig Waggons: Hunderte Schüler quetschen sich in Züge

Täglich müssen sich Hunderte Schüler auf der Strecke Wittlich-Trier in viel zu kurze Züge hineinquetschen. Die Bahn bedauert und nennt als Grund zu viele Ausfälle beim alten Wagenmaterial. Das Problem ist die verzögerte Auslieferung bestellter neuer Nahverkehrszüge.

Der so genannte Schülerzug hält um 7.11 Uhr in Föhren. Zuvor hat er schon in Wittlich-Wengerohr und Hetzerath Hunderte von Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Meist erscheint er um fünf bis zehn Minuten verspätet und nur mit drei Waggons. Die Mutter zweier betroffener Schüler: "Die Zusage der Bahn, für diesen Zug immer vier Wagen einzusetzen, ist inzwischen die Ausnahme."

In dem zu kurzen Zug sitzen die schon vorher eingestiegenen Kinder im Eingangsbereich, weil sie drinnen keinen Platz mehr gefunden haben. Die zwischen 60 und 100 Zusteiger aus Föhren, Bekond und Naurath/Eifel müssen sich mit Mühe und Not dazuquetschen, oft verbunden mit Rempeleien und Tritten. In zum Glück seltenen Fällen kommt der Zug sogar mit nur zwei Wagen. Dann können in Föhren nicht mehr alle Kinder einsteigen, müssen 15 Minuten lang auf den nächsten Zug warten und kommen zu spät nach Trier zur Schule.

Der Zug zurück - Ankunft Föhren 13.21 Uhr - ist meistens pünktlich. Aber auch in ihm herrscht Platzmangel. Die Wagen dieses Zuges sind nach Angaben von Bahnbenutzern so alt, dass die Kinder regelmäßig Schwierigkeiten haben, die Türen zu öffnen.

Auf Anfrage bei der Frankfurter DB-Zentrale bestätigt eine Bahnsprecherin "mit größtem Bedauern" die Probleme auf der Moselstrecke. Die Bahn bewege sich dort wegen ihres veralteten Fahrzeugmaterials an der Leistungsgrenze. Auf der Strecke Koblenz-Perl fehlten die bestellten modernen Triebwagenzüge vom Typ Talent.2. Ihr Einsatz sei seit zwei Jahren geplant, wegen festgestellter Mängel verzögere sich jedoch die Auslieferung (der TV berichtete) weiterhin. Inzwischen seien die Ausfälle am alten Wagenmaterial hoch - die Mitarbeiter täten ihr Bestes, doch die Instandsetzung gelinge nicht immer in der Zeit.