Zusammenschluss der Widerspenstigen: Dörfer aus Hunsrück und Eifel gründen Bürgerinitiative

Zusammenschluss der Widerspenstigen: Dörfer aus Hunsrück und Eifel gründen Bürgerinitiative

Vertreter von zahlreichen Ortsgemeinden in Eifel und Hunsrück haben sich in einer Initiative zusammengeschlossen, mit der sie auf die Landesregierung einwirken möchten. In den meisten dieser Orte haben die Bürger während der Freiwilligkeitsphase der Kommunalreform bekundet, in eine andere Verbandsgemeinde und einen anderen Landkreis zu wollen.

Die Initiative hat sich am Samstag gegründet. Aus der Verbandsgemeinde Thalfang sind Neunkirchen, Heidenburg und Malborn mit dem Ortsteil Thiergarten dabei. Das sind drei der sechs Orte, die sich mit großer Mehrheit für einen Wechsel in den Kreis Trier-Saarburg ausgesprochen haben. Zu den weiteren Mitgliedern gehören unter anderem drei Ortsgemeinden der VG Treis-Karden an der Mosel: Lahr, Mörsdorf und Zilshausen. Die VG soll zum Jahr 2014 aufgelöst und auf die Nachbarkommunen Cochem und Kaisersesch, beide im Kreis Cochem-Zell, aufgeteilt werden. Die Bürger sind jedoch nicht damit einverstanden und wollen zur VG Kastellaun im Rhein-Hunsrück-Kreis übertreten, der sie sich nicht nur geografisch näher fühlen. Außerdem dabei: Vertreter der Ortsgemeinden Hallschlag, Kerschenbach, Ormont, Reuth, Scheid und Stadtkyll, also alle Dörfer aus dem Oberen Kylltal, deren Bürger sich mit großer Mehrheit für einen Wechsel nach Prüm - und das Verlassen des Kreises Vulkaneifel - ausgesprochen haben. "Die haben alle das gleiche Schicksal wie wir", sagt Kerschenbachs Ortsbürgermeister Walter Schneider, der im Koordinationsausschuss der Initiative sitzt. Alle wollen woanders hin, aber die Landesregierung sieht in der aktuellen Phase der Kommunalreform keine Kreiswechsel vor: Dafür, sagt Christoph Gehring, Pressesprecher des Innenministeriums, fehle die rechtliche Grundlage. Mit der Initiative wollen die Ortsbürgermeister, Ratsmitglieder und engagierten Bürger nun auf das Dilemma der Dörfer hinweisen und die Landesregierung dazu auffordern, den überall bereits ausgedrückten Bürgerwillen zu berücksichtigen. Ein Internetauftritt wird vorbereitet. Ein weiteres Mittel soll eine Demonstration sein, die für Mittwoch, 26. September, in Mainz und vor dem Sitz der Landesregierung geplant ist. fpl/hsc

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