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SPIEL DES TAGES: Sehlemer Zukunftspläne vertagt

RIVENICH. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den Tabellensechsten SG Reil haben die Spieler der SG Sehlem den direkten Ligaverbleib verpasst. Als Drittletzter sind sie abhängig vom Ausgang des Entscheidungssspiels in der Bezirksliga zwischen Hillesheim und Neumagen. Gewinnen die Moselaner dieses Finale, dann dürfen die Sehlemer in der Relegation spielen.
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Sehlems Trainer Frank Neukirch fand nach der für ihn entscheidenden Partie gegen die SG Reil kaum noch Worte. Die vielleicht schlechteste Saisonleistung gegen konterstarke Reiler vertagte eine mögliche Relegation. Denn nur, wenn Neumagen das Abstiegsfinale gegen Hillesheim gewinnt, bekommen die Sehlemer ihre Chance in der Relegation, wo sie sich gegen Landscheid und Peterswald durchsetzen müssen.

Es stand außer Frage, dass die Partie auf Kampf und Einsatz basieren würde, denn allein für die Gastgeber stand der Nachweis der Ligatauglichkeit im Vordergrund. Auch für die Reiler hingegen war es nicht nur Schaulaufen, denn Wunschplatz fünf war noch drin. Früh wurden die Sehlemer geschockt, als Spielmacher Axel Esch nach sechs Minuten verletzt ausgewechselt werden musste. Danach versuchte der im defensiven Mittelfeld agierende Hubert Runge, das Sehlemer Spiel anzukurbeln.

Doch die Anfangsphase gehörte den Moselanern, die zunächst ohne Ruff und Stölben die klareren Chancen besaßen. Sehlem wirkte nervös und unkonzentriert, zu viele Bälle versprangen in der Vorwärtsbewegung, der Zug zum Tor war kaum erkennbar. Libero Andreas Lorig peitschte seine Vorderleute lautstark an, während Benni Siweris die beste Reiler Gelegenheit vergab. Als noch vor der Pause mit dem verletzten Wolfgang Klar der komplette Sehlemer Sturm ausfiel, wurde es noch schwerer für die Neukirch-Elf. Ratlosigkeit und Hilflosigkeit machte sich breit, zumal kein Sehlemer Spieler in der Lage war, das nervöse und konfuse Spiel zu ordnen.

Auch im zweiten Abschnitt regierten Nervosität und Angst. Obwohl ein Ruck durch die Sehlemer ging, kamen sie nicht entscheidend zum Zug, weil sie oft durch die Mitte spielten und häufige Stockfehler den Spielfluss hemmten. Im Gegenzug hatten Löhr und Siweris die Möglichkeit, das längst fällige 0:1 zu machen. Sven Westerdorf fischte anschließend einen Thiesen-Schuss aus dem Winkel. Der eingewechselte Stefan Stölben machte dann nach Flanke von Volker Angnes die Reiler Führung perfekt (62).

Zu wenig Anspielstationen, zu wenig Biss und Aggressivität und kaum variables Angriffsspiel ließen die gut stehenden Gäste kaum in Verlegenheit bringen.

Während Sehlem das Spiel optisch dominierte, fuhren die Moselaner gefährliche Konter. Trotz offensiver Bemühungen gelang der Neukirch-Elf kaum Zwingendes, zumal die Ideen und das Überraschungsmoment gänzlich fehlten. Zum Schluss hatten Siweris, Stölben und Thiesen sowie der eingewechselte Michael Jakoby einen höheren Gäste-Sieg auf dem Fuß.

So hatte ein sichtlich enttäuschter Frank Neukirch kaum noch Worte für die desolate Leistung seiner Mannschaft: "Man hat heute nicht gesehen, wer hier um alles oder nichts und gegen den Abstieg spielt. Ich habe Einsatz, Laufbereitschaft und Leidenschaft vermisst." Dem war nichts mehr hinzuzufügen. Reils Trainer Andreas Bauer hatte ein insgesamt "gutes Spiel meiner Mannschaft" gesehen. "Das einzige, was zu kritisieren war, war die mangelnde Chancenauswertung" Für Sehlem indes könnte mit ein bisschen Glück die Saison in die Verlängerung gehen. Denn der Sehlemer Strohhalm besteht jetzt nur noch im Nachsitzen in der Relegation. Vorausgesetzt, es kommt dazu.

Sehlem: Westerdorf - Lorig - Werner, Haubrich (55. Klippel), Keich - Runge, Esch (6. Born), Barzen, Wey - Klar (30. Heine), Herrmann.

Reil: Greis - Barzen - Schmidt, M. Stölben, F. Jacobi - Mildenberger (46. St. Stölben), Angnes (80. M. Jakoby), Conrad, Thiesen - Löhr, Siweris.

SR: Schmitz (Laufeld) – Z: 100

Tor: 0:1 Stefan Stölben (62.)


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