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Von „Singing in the Rain“ bis „Der mit dem Wolf tanzt“

Auch wenn es nur bedingt tröstet: Nicht allein Triers Open-Air-Veranstaltungen leiden unter den Wetter-Kapriolen. Vergangenes Wochenende musste in Salzburg die traditionelle „Jedermann“-Premiere vom Domplatz ins Festspielhaus verlegt werden. Es ist nach zehn Jahren die letzte Saison für die Inszenierung von Christian Stückl. Sein Nachfolger als Regisseur steht noch nicht fest.
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Sogar von der Bregenzer Seebühne, wo man dem Bodensee-Wetter gemeinhin zu trotzen pflegt, musste eine Vorstellung der Revolutionsoper „André Chenier“ ins Haus verlegt werden. Ansonsten gab es für die Wiederaufnahme viel Lob, vor allem für Tenor Hector Sandoval in der Rolle des Titelhelden. Spektakulär das Bühnenbild mit dem 60 Tonnen schweren Kopf, in dem sich ein großer Teil der Handlung abspielt.
 
Eine spektakuläre Performance kündigte am Dienstag das Tanzhaus Düsseldorf für den Herbst an: Bei einem Gastspiel der französischen Compagnie der Choreografin Coraline Lamaison spielen zwei lebende Wölfe mit. Im Rahmen der Trilogie „Narcisses“ haben die beiden dressierten Tiere einen Fünf-Minuten-Auftritt. Während dieser Zeit soll die Bühne abgesperrt werden. Der deutsche Tierschutzverband – na klar – kündigte seinerseits eine Überprüfung des Vorgangs an.
 
Wie die Wölfinnen mussten manche großen Schriftstellerinnen um die Anerkennung ihrer Arbeit kämpfen. Das dokumentiert eine Brief-Ausstellung unter dem Titel „gepfeffert – salzig – bittersüß“ im Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut. Briefe von 22 Autorinnen aus drei Jahrhunderten zeigen den alltäglichen Kleinkrieg um Beruf und Familie, aber auch die Bedrohung mit Verfolgung und Tod. Else Lasker-Schüler, Bettina von Arnim, George Sand, Irmgard Keun, Nelly Sachs: Das sind nur einige der großen Namen. Zu sehen bis 7. Oktober.
 
Entschieden lustiger geht’s da bei einer Ausstellung in München zu, die seit Donnerstag in der Galerie Jörg Heitsch zu sehen ist. Es geht um die berühmten Knollennasenmännchen des Cartoonisten Guillermo Mordillo. 120 hintergründig-skurrile Werke sind dort anlässlich des 80. Geburtstags des gebürtigen Argentiniers zu sehen.
 
Die Fantastischen Vier sind zwar noch keine 80, kommen aber doch so langsam in die Revival-Phase. Diese Woche spielten sie in der Balver Höhle ihr Unplugged-Konzert aus dem Jahr 2000 nach. 900 Fans hatten bei der Schlacht um die Tickets Glück und durften, ganz in Schwarz, live dabei sein. Alle anderen müssen mit der MTV-Aufzeichnung vorliebnehmen.
 
Wären Fanta Vier nicht in der Höhle, sondern in der Krypta aufgetreten, hätten sie ein neues Medium nutzen können: Die Kultur-App der evangelischen Kirche in Deutschland. Sie bietet ab sofort alle Kulturtermine in evangelischen Gotteshäusern nebst „Reformations-ABC“ an.
 
Dieter Lintz
 

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