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Schenk noch mal ein ......

Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde, komm schenk dir ein ... Das Lied von Udo Jürgens kam mir kürzlich in den Sinn, als wir zwei Wochen lang zu Fuß die wunderschöne Insel Kreta erkundeten.

02.06.2017
Winfried Simon
Wanderurlaub in einem Weinland – da muss man natürlich auch die heimischen Gewächse verkosten.
Am Ende einer Wanderung kamen wir am späten Nachmittag in kleines, hübsches Bergdorf.

Wir entdeckten eine einladend wirkende Taverne und setzten uns in den Schatten eines mächtigen Baumes. Ich begab mich an den Tresen und bestellte ein Glas Weißwein. „Nein, keine Cola, Wein bitte“, sagte ich, als die Gastwirtin sich anschickte, mir aus einer 1,5-Liter-Colaflasche einzuschenken.

„Ja, ja“, antwortete sie freundlich und füllte das dickwandige Wasserglas. Es war tatsächlich Wein, offenbar der Hauswein, der bei Bedarf aus einem Fässchen in Colaflaschen gefüllt wird. Um es kurz zu machen: Der Wein war miserabel, alt, oxidiert, fehlerhaft – und teuer. Auch in unserem kleinen sehr hübschen Hotel pries man uns den Hauswein an – ebenfalls ein kaum genießbarer Tropfen.


Ich bin aber in einem gut sortierten Supermarkt dennoch fündig geworden. Es gibt gute griechische Weine, man muss aber etwas suchen. Zur Erinnerung: Auch an der Mosel gab es Zeiten, in denen die Qualität der offenen Ausschankweine in vielen Gasthäusern, sagen wir mal, sehr unbefriedigend war. Das hat sich zum Glück geändert. Ein Grund dafür ist die im Jahr 1999 gegründete Initiative „Der beste Schoppen“.