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Traumberuf Basketballprofi

Die heutige Kolumne richtet sich an die jüngeren Leser, die Nachwuchsbasketballer. Die meisten jungen Spieler träumen davon, ihr Hobby zum Beruf machen zu können.
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Zu meiner Zeit war man als deutscher Spieler schon fast ein Exot, aber dank der durch die Basketball-Bundesliga (BBL) vorgeschriebenen „Deutschenquote“ und vor allem dank Henrik Rödls Philosophie, auf junge deutsche Talente zu setzen, scheint die Hürde nicht mehr ganz so hoch. Die Nachwuchsförderung hat in den vergangenen Jahren mit der Einführung der Jugendbasketball-Bundesliga (JBBL) und der Nachwuchsbasketball-Bundesliga (NBBL) sowie der damit verbundenen pflichtgemäßen Einstellung von hauptamtlichen Jugendtrainern einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht.
 
Das Fundament ist gegossen, jetzt liegt es an den Jugendlichen selbst, hart und nachhaltig für ihren Traum zu arbeiten. Der Nowitzki-Vorgänger Detlef Schrempf betonte in einem aktuellen Interview, dass die erste Frage, die man sich als erfolgshungriges Talent stellen solle, sei, ob man Basketball liebt: Würde man alles für seinen Traum tun, alles dem Sport unterordnen? Viel wichtiger erscheint mir persönlich aber die Erkenntnis, dass man den Sport lediglich als zweites Standbein ansehen darf. Die schulische und berufliche Ausbildung muss im Vordergrund stehen – okay, da geht der Lehrer in mir durch. Es ist doch ganz natürlich, dass sich Teenager von der Strahlkraft und dem Hype um die Basketballprofis blenden lassen und sich ebenfalls ein Leben wünschen, das sich nur um die rot-orangene Kugel dreht. Oftmals wird aber vergessen, dass der Weg bis dorthin steinig und hart ist und nur die wenigsten den Sprung zu festen, deutschen Basketballgrößen schaffen. Darüber hinaus ist eine Sportlerkarriere kurz und endet, wenn es gut läuft, mit Mitte 30.
 
Und nun muss ich euch mit der bitteren Realität konfrontieren: Euer bis dahin hart verdientes Geld wird leider nicht bis zum Rentenalter ausreichen.
 
Also, liebe Nachwuchstalente, nehmt euch Maik Zirbes als sportliches Vorbild, haltet an eurem Traum fest, arbeitet hart dafür, aber macht vorher eure Hausaufgaben, lernt Vokabeln und zeigt morgen in der Schule ein oder zwei Mal häufiger auf – dann klappt das schon.

In seiner Kolumne „Auszeit“ blickt der frühere Trierer Bundesliga-Spieler Helge Patzak (38) hinter die Kulissen des aktuellen Basketball-Geschehens.

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