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aus unserem Archiv vom 05. März 2012
Autor: Jörg Pistorius Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken

Ganz in weiß: SSX und Grand Slam Tennis 2

Mit dem Snowboard den Everest hinab oder in Wimbledon gegen Boris Becker antreten: Wir haben mit SSX und Gran Slam Tennis 2 zwei aktuelle Sportspiele für Konsolen unter die Lupe genommen. Hier unser Doppel-Testbericht.
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SSX

Will die Welt eine realistische Snowboard-Simulation? Nein. Definitiv nicht. Kein Spieler hat die Zeit und Geduld, Tausende Stürze zu überstehen und Verletzungen auszukurieren. Auf dem Bildschirm haben Realität und Schwerkraft Sendepause. Stattdessen dominieren in der systemübergreifenden SSX-Serie seit ihrem Debüt auf der Playstation 2 im Jahr 2000 spektakuläre Tricks, bei denen jedem realen Snowboarder übel werden würde, und fantastische Strecken in den berühmtesten (und gefährlichsten) Gebirgszügen der Erde.

Das Tutorial fängt schon gut an. Ein Hubschrauber bringt Elise Riggs, eine der besten Snowboarderinnen des Planeten, zum Absprungpunkt. Die Lady wärmt sich unterdessen mit ein paar Kickbox-Techniken auf. Dann Luke auf, raus aus dem Hubschrauber, ran an die Piste. Der Spieler kann sich zwischen der Tasten- und der Analogstickbasierten Steuerung entscheiden und hat beide Modi schnell intuitiv umgesetzt. Schon in diesen ersten Minuten wird klar, dass SSX wieder einmal grandios unrealistische Action mit einem extrem hohen Funfaktor verbindet. Und Miss Riggs ist mir gleich sympatisch. Nur ihren Sidekick muss sie noch üben.

Fans der Serie werden die alten Stärken – scheinbar unendliche Trickserien, sehr gutes Geschwindigkeitsgefühl, starke Inszenierung und Präsentation, hohe Motivation – schnell wiederentdecken und sich ebenso darüber freuen wie SSX-Neulinge. Die Physik-Engine erlaubt es, die Level und Strecken eben nicht nur als schlauchartige Rutschpartien zu erleben. Im Gegenteil: Da so ziemlich jedes sichtbare Objekt in die Trickserien eingebunden werden kann, fühlt der Spieler ständig den Drang, zu experimentieren und zu entdecken.

Solo-Player werden mit einer Story um die Deadly Descents unterhalten – und zwar hervorragend. Zwei Teams liefern sich ein Wettrennen um die gefährlichsten Abfahrten der Welt. Big Mountain Snowboarding ist in der SSX-Welt kein Kampf um Zeiten und Punkte, sondern ums Überleben. Mörderische Minusgrade, spielerisch umgesetzt in drohenden Whiteouts, Lawinen, Gletscherspalten: Die Deadly Descents sind Action und Adrenalin pur.

Die Online- und Mulitplayer-Modi sind so stark und vielfältig, wie man es von einem modernen Racer erwarten kann. Freunde fahren gegen ihre jeweiligen Ghosts um Zeiten und Punkte, und in den Global Events fährt der Spieler gegen das SSX-Universum.

Fazit: SSX bringt die alten Stärken und ergänzt sie mit neuen, und das in zeitgemäßer Grafik und Inszenierung. Da steckt viel Spaß drin. Jörg Pistorius

Grand Slam Tennis 2

OK, Bremsklappen ausfahren, Geschwindigkeit drosseln, Adrenalinausschüttung etwas zurückfahren.  Szenenwechsel von der halsbrecherischen Himalaya-Abfahrt mit einer Lawine im Nacken zum edlen weißen Sport auf dem heiligen Rasen von Wimbledon. Mit Grand Slam Tennis 2 will EA die Vormachtstellung des vor fast einem Jahr erschienenen und herausragend guten Top Spin 4 angreifen. Das gelingt dem Branchenprimus nicht. Deshalb ist Grand Slam Tennis 2 aber noch lange kein schlechtes Spiel.

Sie sind alle mit dabei, die aktuellen Stars und die Legenden. Das dominierende Trio Federer, Nadal und Djokovic tritt zusammen mit dem alten Wüterich McEnroe und den beiden Doppel-Bs Björn Borg und – unverzichtbar – Boris Becker in einer Karriere an. Darüber könnte man sich natürlich wundern, da die Stars über mehrere Generationen verstreut sind, aber andererseits machen solche direkten Begegnungen der heutigen und früheren Legenden trotzdem Spaß. Schön sind die historischen großen Matches, die der Spieler nacherleben und den Lauf der Tennisgeschichte ändern kann.
Die Grand-Slam-Turniere US Open, Australian Open, French Open und ihr Höhepunkt Wimbledon dominieren das Spielgeschehen – in Top Spin 4 musste sich der Spieler die Qualifikation langsam und von der Pike auf erarbeiten.  Die maßgeblichen Unterschiede zwischen den beiden Tennissimulationen sind die Steuerung und der Schwierigkeitsgrad. Letzterer ist in Grand Slam Tennis 2 viel zu niedrig, auch ein Neuling wird nach kurzer Eingewöhnung alles abräumen. Damit punktet EA zwar im Fach Frustvermeidung, doch wenn der Spieler keine Herausforderung findet, an der er wachsen kann, erlahmt auch schnell sein Interesse. Wer den Computer eher als Opfer denn als Gegner empfindet, kann per Editor seinen eigenen Crack erstellen und mit ihm Onlineturniere bestreiten.
Die Steuerung lässt dem Spieler die Wahl zwischen einem auf den Analogsticks basierenden System, in dem das Spiel geschobene von schnappenden Bewegungen des Sticks unterscheidet, und der traditionellen Tastensteuerung, die ebenfalls gut funktioniert. Nur: Auch sie ist zu leicht. Grand Slam Tennis fordert nicht, einen Spezialschlag durch vorausschauendes Stellungsspiel erarbeiten zu müssen, sondern serviert dem Spieler die Raffinesse auf dem Court quasi gratis frei Haus.
Fazit: Fans des weißen Sports werden trotz einzelner Schwächen ihren Spaß mit Grand Slam Tennis 2 haben. Jörg Pistorius

Extra:
SSX: Entwickler EA Canada, Publisher EA Sports. Erschienen für Xbox 360 (getestet) und Playstation 3. Frei ab sechs Jahren.
Grand Slam Tennis 2: Entwickler EA Canada, Publisher EA Sports. Erschienen für Xbox 360 (getestet) und Playstation 3. Keine Altersbeschränkung.



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