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The Darkness II: Ein herrlich böser Höllentrip

(Trier) Als wäre das Dasein als Mafia-Killer nicht schon hart genug, hat Jackie Estacado noch ein weiteres Problem: Er ist Träger der Darkness, einer dämonischen Macht, die ihn mit mörderischen Kräften ausstattet. 2007 kam der Shooter auf den Markt, jetzt ist Teil II erschienen.
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2007 ließ 2K Games den gefährlichen Buschen zum ersten Mal auf die Spielewelt los und landete mit dem in Inszenierung und Darstellung ungewöhnlichen Horror-Shooter The Darkness einen Volltreffer, der im aktuellen The Darkness II konsequent fortgesetzt wird. Schließlich ist Jackies Freundin Jenny, mit der wir im ersten Teil so schön auf der Fernsehcouch gekuschelt haben, ermordet worden.

Nur wenige Computerspiele schaffen Momente, die dem Spieler Jahre später lebendig in Erinnerung bleiben. Noch heute sprechen Tester, Spieler, Fans und sogar Skeptiker davon, wie sie in The Darkness 2007 mit Jenny im Arm auf der Couch ihres Apartments “Wer die Nachtigall stört” mit Gregory Peck im Fernseher sahen. In voller Länge, falls der Spieler die Geduld dafür hatte. Ein Ruhepunkt inmitten der wüsten Attacken, Schießereien und dämonischer Aktivitäten, aus denen The Darkness bestand.

Beruhend auf der von Marc Silvestri und Garth Ennis erschaffenen Kult-Comic-Serie ließ das Spiel Jackie Estacado und seine dämonischen Kräfte auf gegnerische Mafia-Schergen los. Der Shooter-Part folgte dabei genreüblichen Strukturen und riss diesen Titel nicht aus der Masse heraus. Doch immer wenn Jackie alle Lichtquellen ausschaltete, um die Darkness rauszulassen, kam Freude auf. Die gute Nachricht: Daran hat sich im zweiten Teil nicht das Geringste geändert.

Die Darkness ist eine gewaltige Waffe mit enormen Boni, doch der Spaß im Spiel hängt vor allem mit ihren zwei stärksten Elementen zusammen. Da wären die Darklings, dämonische Gnome, die in der Comicvorlage immer klug daherschwätzen und auf Befehl ihres Herrn jeden Gegner konsequent auseinandernehmen. Außerdem hat Jackie zwei Tentakel, die sich in der Dunkelheit hervorragend einsetzen lassen, um die Lage zu erkunden und die Gegner auf grafisch drastische Weise abtreten zu lassen. Zu drastisch für Deutschlands Sittenwächter, beide Darkness-Teile mussten gekürzt werden. Das ist ärgerlich, ändert aber zum Glück nichts am grundsätzlichen Spielerlebnis.

Das Spiel präsentiert den armen Jackie als gequälte Kreatur. Den Mord an seiner geliebten Jenny hat er blutig gerächt, doch die Erinnerung verfolgt und foltert ihn. Visionen und Alpträume dokumentieren, wie der Wahnsinn nach ihm greift. Ein Anschlag auf sein Leben startet einen neuen Krieg zwischen den Mafia-Clans. Jackie und die Darkness rücken aus gegen die Bruderschaft – ein Feldzug, der ihn direkt in die Hölle führt.

Der Kampf gegen die Bruderschaft ist straff inszenierte Action, die wieder dann am interessantesten ist, wenn die Darkness aktiviert wird. Der Darkling – nur einer, im Comic ist es ein Rudel – ist mit dabei und macht sich ab und zu taktisch als Wegweiser oder Ablenker der Gegner nützlich. Mit den Tentakeln lässt sich viel Schaden anrichten, der allerdings in der deutschen Fassung gnadenlos gekürzt ist. Der Spieler kann Jackies dämonische Fähigkeiten weiterentwickeln und Schwerpunkte setzen. Das schwarze Loch zum Beispiel reißt Gegner in einen tödlichen Zeitstrudel, und auch die Kompetenz der beiden Tentakel lässt sich erhöhen.

Der Grafikstil von The Darkness II ist kein Fotorealismus, sondern macht deutlich, dass diese Geschichte aus der Welt der Comics stammt. Das passt: Es sieht gut und stimmig aus und unterstreicht auch die ironische Distanz zur Story um Mord, Rache und Hölle.

Fazit: The Darkness II ist ein inhaltlich und technisch guter Action-Titel, der nicht nur Fans der Comicvorlage zu unterhalten versteht. Jörg Pistorius

The Darkness II: Publisher 2K Games, Entwickler Digital Extremes. Erschienen für Xbox 360 (getestet), PC und Playstation 3. Frei ab 18 Jahren.

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