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Arbeitsunfall in Echternach: Der Tote und die Brücke

(Echternach) Bei einem Arbeitsunfall in Echternach ist am Mittwochmorgen ein Mensch gestorben und ein weiterer verletzt worden. Der Tote ist ein Deutscher, der an der Grenzbrücke gearbeitet hat.

06.09.2017
Christian Altmayer
Ein Polizist spricht in ein Funkgerät. Sonst spricht niemand. Der Beamte steht etwas abseits von der Menschentraube. Die Männer und Frauen tragen Bauarbeiterhelme, sind gehüllt in neonfarbene Warnwesten und Schweigen. Die Stille auf der Echternacher Grenzbrücke durchbricht am Mittwochmittag nur das Rauschen des Windes. Er bittet die Blätter auf der Straße zum Tanz.

„Wir hatten hier einen Unfall und jemand ist gestorben“, so erklärt es ein Mitarbeiter der luxemburgischen Straßenbauverwaltung kurz und knapp. Eine weitere Person sei verletzt worden. Ereignet hat sich das Unglück wohl am Mittwochmorgen um 8.45 Uhr im sogenannten Hohlraum, also im Inneren der Brücke. Die Männer seien gerade dabei gewesen, Stahlseile zu spannen, als sich ein Bauteil löste. Es traf die beiden Arbeiter einer deutschen Firma.

Dabei wurde einer von ihnen getötet, der andere verletzt. Er liegt derzeit im Krankenhaus.

Wie es dazu kam, dass das Brückenteil herausbrach, wird derzeit untersucht. Genauere Informationen gibt es bislang keiner. Die luxemburgische Staatsanwaltschaft und die Gewerbeinspektion kümmern sich ab jetzt um den Fall. Spuren werden gesichert, das Equipment der Arbeiter geborgen. Damit ist der Mess- und Erkennungsdienst auch am Mittwochmittag noch beschäftigt.

Die Straßenbauverwaltung prüft derweil, wie stark die Brücke beschädigt ist. Ein Mitarbeiter ist aber zuversichtlich: „Die Standfestigkeit ist in Ordnung. Die Brücke ist nicht einsturzgefährdet.“ Trotzdem bleibt diese Strecke über der Sauer wohl bis Freitagabend eine „route barrée“, eine gesperrte Straße. Auch weil man den Platz auf zwei Fahrbahnspuren für die Bergungsarbeiten brauche.

Umleitungen sind auf beiden Seiten des Flusses eingerichtet. Wer von Deutschland aus kommt, soll über Bollendorf fahren. Luxemburger folgen den „Déviation“-Schildern über Grevenmacher.

Schneller geht es allerdings über die alte Grenzbrücke in Echternacherbrück. So müssen Autofahrer keinen Umweg von zehn Minuten auf sich nehmen.

Seit Frühjahr 2016 wird die Grenzbrücke in Echternach saniert. Auf der Baustelle sind sowohl Firmen aus der Bundesrepublik als auch aus dem Großherzogtum beschäftigt.

Hintergrund: DAS BAUPROJEKT

128 Kilometer ist die Wassergrenze zwischen Luxemburg und Deutschland lang. 28 Brücken spannen sich über Sauer, Mosel und Our. Eine davon ist die Echternacher Grenzbrücke.

Täglich überqueren hier rund 10.000 Fahrzeuge den Fluss.

Für rund vier Millionen wird das Bauwerk an der Bundesstraße 257 saniert. Die Kosten teilen sich Deutschland und Luxemburg.

Die Federführung liegt aber im Großherzogtum. Begonnen haben die Arbeiten im Frühjahr 2016. Nach aktuellem Stand sollen sie im November abgeschlossen sein. Ursprünglich hieß es, die Brücke werde bereits Anfang 2017 fertig.