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Bademer kämpfen mit Motzgesichtern gegen Raser

(Badem) Die ständigen Geschwindigkeitsübertretungen in ihrem Ort haben den Bademern schon lange gestunken. Seit Silvester kontrollieren nun zwei Geschwindigkeitsmessanlagen alle Autofahrer, die über die B 257 in den Ort kommen. Und die Geräte können mehr, als nur lachende oder motzige Gesichter anzuzeigen.

22.01.2016
Christina Libeaux
 Rot leuchtet die große 81 auf. Sie ist auch bis zum fast 200 Meter entfernt stehenden Ortsschild zu erkennen. Im Wechsel mit der Zahl blinkt dem Raser ein missmutiges Gesicht entgegen. Die innerorts vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde erreicht der Fahrer erst kurz vor der Messanlage – mindestens 150 Meter zu spät.
Selbst wenige Minuten an der B 257 reichen aus, um zu erkennen, warum die Bademer an den Ortseingängen von Erdorf und Kyllburg kommend zwei Geschwindigkeitsmessanlagen aufgestellt haben. Auto um Auto rast in den Ort hinein, die meisten schneller als erlaubt. In den vergangenen 15 Jahren seien viele Geschäfte an der Bundesstraße entstanden, erklärt Ortsbürgermeister Bernhard Klein.
 
Daher parkten auch mehr Autos an der Straße und es seien mehr Fußgänger unterwegs. Daher sei es gefährlicher geworden, wenn Autos zu schnell durch den Ort führen. Querungshilfen und andere verkehrsberuhigende Maßnahmen hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Daher habe man sich für Messanlagen entschieden. Ortsansässige Firmen haben die jeweils 3000 Euro teuren Geräte gesponsert.
 
Diese können die Autofahrer dazu bewegen, aufzupassen. Ziel sei es, dass die Autofahrer noch vor dem Ort abbremsten und für ihre Geschwindigkeit sensibilisiert würden. Dass das funktionieren kann, bestätigt auch die Polizei Bitburg: „Notorische Raser erreicht man mit dieser Maßnahme zwar nicht, aber die meisten Verkehrsteilnehmer werden daran erinnert, ihre Geschwindigkeit zu kontrollieren.“ Grundsätzlich sei die Ortsdurchfahrt Badem kein Unfallschwerpunkt. Geschwindigkeitsmessungen in der Vergangenheit hätten zwar Überschreitungen gezeigt, aber keine „besorgniserregenden“, so die Polizei. So seien bei der vorerst letzten Kontrolle an der B 257 im Juli 2014 innerhalb von zweieinhalb Stunden insgesamt 245 Autos gemessen worden. Lediglich drei Autofahrer erhielten eine Verwarnung, weil sie zwischen 58 und 73 Stundenkilometern unterwegs waren.
 
Die Anzeigetafeln sollen nicht immer an der gleichen Stelle stehen. „Die bleiben jetzt sechs bis sieben Wochen an der B 257“, sagt Klein. Danach würden sie an anderen Einfallstraßen aufgestellt. 
 
Außerdem erfassen und speichern die Anlagen auch die Anzahl, Geschwindigkeit und Tageszeit der vorbeifahrenden Autos. Noch Ende dieser Woche, wenn die Geräte rund drei Wochen stehen, sollen die ersten Auswertungen beginnen. Man müsse sich zunächst einmal einen Überblick verschaffen, erklärt Klein. Abhängig von den Ergebnissen könne man dann gemeinsam mit Polizei oder Verkehrswacht überlegen, ob weitere Maßnahmen wie zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Polizeikontrollen angebracht seien.

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