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Bitburger vermisst seine Eichen: Anwohner ärgert sich über Fällarbeiten im Mötscher Wald

(Bitburg-Mötsch) Zoff um einen idyllischen Schauplatz: die kleine Kapelle am Waldrand von Bitburg-Mötsch Richtung Metterich. In dem Waldstück hinter der Kapelle wurden ein Dutzend Eichen gefällt. Das ärgert manche Einwohner.

07.01.2016
Sarah Kahlmann
Artur Johann aus Bitburg-Mötsch ist verärgert. Er ist der Meinung, dass am Kapellchen alte und wertvolle Eichen in großer Zahl gefällt worden sind. Aber nicht nur das ärgert Johann massiv, sondern auch die dafür von Fortstamt und Stadt vorgebrachten Gründe. Johann ist sich sicher: „Die eingeschlagenen Eichen sollen möglichst gewinnbringend verkauft werden.“ Johann kritisiert weiter: „Es geht dabei aber nicht nur um den Wald bei der Kapelle. Auch im Stadtwald und anderswo wird – seit Jahren – fleißig gefällt.“ Laut Johann werde der Eichenbestand in den Wäldern so seit Jahren gezielt ausgedünnt. Johann sagt, der Stadtrat habe über die Köpfe der Bewohner hinweg entschieden, dass die Bäume gefällt werden. „Die Anwohner von Mötsch sind damit nicht einverstanden.“

Forstrevierleiter Otmar Koch sieht das anders. „Es handelt sich bei der Fällaktion um eine normale Maßnahme der Waldbewirtschaftung“, sagt Koch, „jedes Jahr wird berechnet, wie viele Festmeter Holz eingeschlagen werden.“ Bei dem Gebiet rund um die Kapelle handelt es sich um städtischen Wald. „Alles was in der Kommune passiert, wird von Räten beschlossen. So auch die Fällarbeiten der Eichen.“

Die eingeschlagenen Stämme seien zudem keinesfalls wertvoll. „Es wurden nur Bäume eingeschlagen, die nicht dem waldbaulichen Ziel entsprechen. Darunter fallen abgestorbene Eichen oder Rotbuchen, die die Kronen der herrschenden Eichen bedrängen.“ Die Stämme werden laut Koch zum einen Teil als Brennholz an Privatpersonen verkauft, der andere Teil wird als Nutzholz für Möbel, Parkett oder Fässer verwendet. Der Profit stünde hier aber keineswegs im Vordergrund. Auch der Ortsvorsteher von Bitburg-Mötsch, Heiko Jakobs, ist sich sicher: „Das Ganze hat forstwirtschaftlich schon alles seine Richtigkeit“.
  
 
 

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