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Die Liste ist lang: Stadt lässt Baumängel in der Bitburger Stadthalle in einem Verfahren erfassen

(Bitburg) Sitzt, wackelt und hat dicke Luft: Seit der Eröffnung der Bitburger Stadthalle im Oktober 2009 tauchen immer wieder neue Mängel auf. Weshalb die Stadt nun im Rahmen eines Beweissicherungsverfahren sämtliche Schäden erfassen lässt. Geklärt werden soll, inwieweit die Mängel auf eine falsche Planung, fehlerhafte Ausführung oder aber unzureichende Wartung zurückzuführen sind.

24.01.2016
Uwe Hentschel
Wenn unten ein Fass steht und es von oben tropft, dann kommt er irgendwann: der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Im Fall der Bitburger Eissporthalle kam dieser Tropfen vor gut einem Jahr. Und zwischenzeitlich kam von oben noch einiges an Flüssigkeit hinterher. Denn am Hallendach, das erst 2014 erneuert wurde, sammelt sich Kondenswasser, welches kontinuierlich auf die Eisfläche tropft. Und weil sich die Stadt und der zuständige Architekt nicht darauf verständigen konnten, wer oder was für die Ursache und damit auch für die Beseitigung des Missstands verantwortlich ist, wurde ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet, in dem sämtliche Mängel erfasst und begutachtet werden (der TV berichtete).

Ein ähnliches Procedere läuft derzeit auch bei der Bitburger Stadthalle ab. Auch dort sammelt sich Wasser an der Dachunterseite. Zwar längst nicht so wie in der Eissporthalle, dafür aber gibt es in der Stadthalle noch viele andere Mängel. Wie Mitglieder aus Bauausschuss und Stadtrat berichten, zählen dazu neben der etwas durchhängenden Decke auch Risse in Wänden und Fugen. Und auch bei den Türen gebe es Probleme. Einige Mängel sind bereits beseitigt. Wie beispielsweise der Estrich im Backstage-Bereich, der sich als nicht ausreichend belastbar erwies und deshalb ausgetauscht wurde. Doch ein Großteil der Schäden ist – nicht zuletzt auch aufgrund des Beweissicherungsverfahrens – noch nicht behoben.

Von einer Liste an bereits bekannten Mängeln im hohen zweitstelligen Bereich ist die Rede. Wie viele Makel es aber tatsächlich sind und wer diese zu verantworten hat, soll jetzt mit Hilfe der Beweissicherung geklärt werden. „Es haben sich verschiedene Dinge erst nach und nach gezeigt, die auch entsprechend erfasst wurden“, sagt Werner Krämer, Pressesprecher der Stadtverwaltung. „Und nun wird das Ganze in einem einzigen Verfahren abgewickelt.“

Stefan Kutscheid, Geschäftsführer der Faco GmbH, die gemeinsam mit der Planungsgruppe HGH das Konzept für die Stadthalle entwickelt hat und zudem auch einer der Bauherren ist, bedauert es, dass sich die Stadt nun für das juristische Verfahren entschieden hat. „Wir waren bereit, alle Schäden, die von uns waren, auch zu beheben“, sagt Kutscheid. Schließlich hätten sowohl er als auch die am Bau beteiligten Handwerksunternehmen ein großes Interesse daran, der Stadt eine mängelfreie Halle zu übergeben, fügt der Faco-Geschäftsführer hinzu.

Neben der Stadthalle gehört zu dem vor gut sechs Jahren fertiggestellten und 21 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex aber auch noch die Bitburger Marken-Erlebniswelt sowie die darüber liegenden Büroräume der Braugruppe. Wie deren Pressesprecher Marc Baron erklärt, ist die Brauerei an dem Beweissicherungsverfahren allerdings nicht beteiligt. Es habe zwar auch dort kleinere Mängel gegeben, doch seien diese behoben worden.

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