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Volksfest-Atmosphäre und Aufbruchstimmung in Bitburg: Beda-Markt kommt bei Besuchern richtig gut an

(Bitburg) Drei Tage Ausnahmezustand in Bitburg: 70.000 Besucher haben sich auf dem Beda-Markt angeschaut, was die Eifel so alles zu bieten hat. Auch das erste Street-Food-Festival hat viel Publikum in die Saarstraße gezogen (Mit TV-Bilderstrecke).

20.03.2016
Christian Moeris/Dagmar Schommer/Lars Ross
Volle Gassen: Wahre Menschenmassen schieben sich am Sonntagnachmittag durch die Hauptstraße und die Trierer Straße in Bitburg. Trotz einer gewissen „Kälte“, über die einige Aussteller klagen, platzt Bitburg am dritten Beda-Markt-Tag aus allen Nähten. Ein Blick in die Veranstaltungshallen: Auf der Autoschau am Beda-Platz ist Hans Cales aus Dasburg auf der Suche nach einem Jahreswagen: „Die Auswahl ist groß, hier finde ich bestimmt einen.“ Wie Cales sind am Wochenende viele Besucher zum Beda-Markt gekommen, um sich nach einem „Neuen“ umzusehen. Denn sie können auch durch die Ausstellungshallen der Autohändler auf Merlick flanieren, die ebenfalls ihre Türen geöffnet haben.



Noch kuscheliger als im Autozelt ist es aber in der Auktionshalle der Rinder-Union-West im Südring: Landwirte aus nah und fern informieren sich dort über die neueste Technik wie zum Beispiel am Stand von Florian Keskin (KR Maschinen), der Kuhputzmaschinen verkauft: „Es sind etwas weniger Familien als sonst unterwegs. Das liegt wohl am Wetter“, meint der Verkäufer. Doch im Inneren der Auktionshalle ist davon nichts zu spüren. Kinder knuddeln Ponys und Kälbchen. Auf den Gängen zwischen den Messeständen der Landmaschinenhändler kommt man nur noch im Schneckentempo vorwärts.

Mehr Publikum als am Sonntagnachmittag hätte man der Premiere des Street-Food-Festivals in der Saarstraße auch wirklich nicht gewünscht: Zwischen den 20 Imbisswagen tummeln sich mehrere Tausend hungrige Besucher. Für ihre Burger, Sandwiches und Pasta nehmen sie bis zu eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf. „Das lässt sich nicht ändern“, sagt die Bitburgerin Andrea Thiel (24), die mit ihrem Freund am Ende einer fünfzehn Meter langen Warteschlange vor dem Food-Truck „Smokin’ Joe’s“ steht. „Wir möchten unbedingt mal diese amerikanischen Pulled-Pork-Sandwiches probieren.“ Rappelvoll ist es auch im Handwerkerzelt. Dort präsentieren sich knapp 80 Aussteller. Gartenzäune, Fenster, Betten und Likör – nichts, was nicht angeboten wird.

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"Wir haben uns hier über eine Reise informiert, die wir wahrscheinlich buchen werden“, sagt die Saarburgerin Ursula Gräfe, die sich am Stand des Unternehmens Kylltal Reisen beraten lässt. Am Nachmittag brutzelt Eugen Buzzetti am Stand des Fitnessstudios MAP in der Stadthalle vegetarische Gemüsepfannkuchen. „Wir zeigen, wie man sich gesund ernähren kann.“ Das Thema Gesundheit scheint viele Eifeler zu interessieren, denn die Gesundheits- und Fitnessmesse ist ebenfalls gut besucht. Bürgermeister Joachim Kandels sagt: „Es waren unheimlich viele Leute in der Stadt. Das Wetter hätte besser sein können, aber dafür hat man sich umso lieber in den Messehallen aufgehalten.“ 



Eindrücke aus den Messehallen und von Veranstaltungen des Beda-Marktes im Detail:

Das wirtschaftspolitische Forum: Es wurde spät am Freitagabend. Auch das gehört zum Beda-Markt. Wenn man sich erstmal trifft, geht man so schnell nicht auseinander, vor allem beim wirtschaftspolitischen Forum der Kreissparkasse Bitburg-Prüm nicht. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis und inzwischen in der 33. Auflage tatsächlich Tradition. 

Aber zunächst ging es um Gesundheit: Professor Dietrich Grönemeyer, selbst eher etwas übergewichtig und kurzatmig, gab den 500 geladenen Gästen eine kleine Turnstunde. Er wollte verdeutlichen, dass es mit ein bisschen Bewegung und einigen Dehnübungen, die sich selbst im Anzug und im Abendkleid nachmachen lassen, nicht schwer ist, Schmerzen zu bekämpfen und sich insgesamt einfach besser zu fühlen. Denn für Grönemeyer ist Gesundheit mehr, als die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist ein Zusammenspiel von körperlicher Fitness, seelischer Ausgeglichenheit und psychischem Wohlbefinden. Angesichts seiner Prominenz und der kurzweiligen Art seines Vortrags gelang es dem Professor, das Publikum im Haus Beda auch mit einfachen Appellen wie „Turne bis zur Urne“ oder dem nicht ganz überraschenden Tipp, dass es gut tut, raus in die Sonne zu gehen und sich zu bewegen, bei der Stange zu halten. Im Bewusstsein, dass es einfach ist, gesund zu bleiben, durfte es anschließend dann auch das ein oder andere Bierchen mehr sein. 

Die Auktionshalle: Es muht und kräht in der Auktionshalle. Dort werden im Ring die schönsten Kühe, Kälbchen und Rinder präsentiert. Züchter aus ganz Rheinland-Pfalz, Luxemburg und dem Saarland sowie Nordrhein-Westfalen sind hier vertreten. In der Halle zeigen mehr als 60 Aussteller, was es Neues in den Bereichen Stalltechnik, Tierfutter oder bei den Molkereien gibt. Auch der Bürgermeister ist vom Angebot begeistert – und lässt sich einen Milchlikör schmecken. „Wir kommen gerne hierher, weil wir hier auf ein großes Fachpublikum treffen“, sagt Dirk Ahting, Verkaufsdirektor von Gea Farm Technologies. Und tatsächlich: Die Ränge rund um den Ring sind voll besetzt. Wer sich für beste Zuchttiere interessiert, ist hier richtig. Die meisten haben ein Ausstellungskatalog in der Hand. Keine Frage: Hier werden Kälber, Kühe und Rinder auch verkauft.  „Sie zeigt Brustbreite, hat Milch -Adel in sich und hat ein schönes Bewegungsprofil“, so kommentiert Preisrichterin Andrea Uhrig eine der Jungkühe, die sich um den Titel Miss Bitburg bewerben. Am Ende gewinnt Joana aus der Zucht von Jürgen Eiting, Bocholt. Auch für Laien lohnt sich die Ausstellung: Es gibt einen Streichelzoo und die Tierwettbewerbe sind spannend. Warum die erste Reihe hier meist leer bleibt? Wenn ein Rind nervös wird und nach hinten austritt, sitzt man dort nicht so gemütlich. 

Die Gesundheitsmesse: Im Foyer läuft gerade ein Vortrag über Darmgesundheit, gleich am Eingang wirbt ein Heilpraktiker für Faden-Lifting, Seniorenresidenzen und Altenheime präsentieren sich genau so wie drei Bitburger Fitness-Studios. Bei der Gesundheitsmesse in der Stadthalle gibt es ein abwechslungsreiches Programm für junge wie ältere Menschen. Rund 30 Aussteller sind mit von der Partie. Auch viele Selbsthilfegruppen und Krankenkassen haben hier ihren Stand aufgebaut. Bürgermeister Kandels nutzt die Gelegenheit, sich über die Arbeit der neuen Gemeindeschwester Plus, Claudia Moser, zu informieren.

 „Das ist schon ein tolles Programm, was die hier bieten“, sagt Kandels. Er freut sich, dass sich die Gesundheitsmesse als vierter Bereich des Beda-Markts neben der Automobil- und Handwerkerausstellung und der Landwirtschaftsschau etabliert hat. Der Bürgermeister macht in der Stadthalle am Sonntag dann auch beim Schaukochen mit und serviert den Gästen: gesunde Pfannkuchen mit Paprika und Pilzen. Lecker!

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