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Lückenschlüsse fürs Radlerglück

Radregion Eifel: Gleich drei neue Radwege werden an diesem Samstag in der Eifel eröffnet: allen voran nach rund zehnjähriger Bauzeit der Kalkeifel-Radweg zwischen Hillesheim-Bolsdorf und Ahrdorf. Zudem werden dessen Verbindung nach Daun (die Mineralquellen-Route) freigegeben sowie der Lückenschluss von Enz- und Prümtal-Radweg zwischen Arzfeld und Pronsfeld gefeiert.

28.05.2008
Von unserem Redakteur Mario Hübner
Hillesheim. 22 Kilometer weitgehend auf einer ehemaligen Bahntrasse, entlang idyllischer Bachtäler, durch Waldstücke und Dörfer und kaum über Straßen: Der Kalkeifel-Radweg, der den Kylltal- mit dem Ahr-Radweg verbindet, bietet entspanntes Radeln für die ganze Familie. Daher braucht sich der

rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) auch nicht zu sorgen, am Samstag bei der feierlichen Eröffnung die Strecke nicht zu schaffen: Erstens weist die Trasse zwischen Bolsdorf und Ahrdorf kaum Steigungen auf, zweitens will die Delegation nur knapp die Hälfte des 22 Kilometer langen Radwegs zurücklegen - von der Mündung des Ahbachs in die Ahr in Nordrhein-Westfalen bis nach Niederehe.

Bei der Dauner Delegation, die zeitgleich den Mineralquellen-Radweg (siehe unten) eröffnet, sind da schon eher Zweifel berechtigt: Immerhin muss sie eine heftige Steigung zwischen Rengen und Dockweiler meistern, bevor sie am Radwege-Dreieck am Kalkofen bei Niederehe auf die Hillesheimer Delegation trifft.

Wer bis dort durchgehalten hat - egal, von woher er gekommen ist - wird in unmittelbarer Nähe von einem eindrucksvollen Naturschauspiel entlohnt: Der Wasserfall "Dreimühlen" ist ein Muss für eine Rast.

Am besten, man stellt das Rad oberhalb (dort, wo der Radweg durch den Bach führt und sich im Sommer in einen besonderen Kinderspielplatz verwandelt) oder am nahe gelegenen Café in der Nohner Mühle ab und spaziert zum größten Wasserfall in der Eifel. Die Fahrt über den engen und steinigen Trampelpfad bis zur Sehenswürdigkeit, die Charakteristikum und letztlich auch Namensgeber für den Radweg ist, ist alles andere als zu empfehlen.

Aus rund fünf Metern Höhe plätschert das stark kalkhaltige Wasser erfrischend nach unten und lässt dabei durch seine Ablagerungen den Fels weiter wachsen. Es gibt keinen herrlicheren Rastplatz auf der gesamten Strecke.

Auf der Weiterfahrt gen Norden tut sich nach wenigen Hundert Metern plötzlich eine andere Welt auf - aber auch das ist die Eifel: Riesige Baumaschinen brechen unter lauten Getöse Felsstücke aus dem Mega-Steinbruch, Groß-LKW transportieren das wertvolle Gut ab. Und das alles ist von der hohen Metallbrücke, dem zuletzt fertiggestellten Teilstück des gesamten Radwegs, gut zu beobachten. Denn die Baufahrzeuge fahren darunter durch.

Ist Ahütte passiert, geht es auf einem geteerten Waldweg vorbei an saftigen Wiesen, der restaurierten Burgruine Neublankenheim und stets untermalt vom angenehmen Plätschern des Ahbachs, dem permanenten Begleiter auf den letzten Kilometern, bis zum Ziel der Reise: der Mündung des Ahbachs in die Ahr bei Ahrdorf in Nordrhein-Westfalen, wo sich eine Weiterfahrt auf dem beliebten Ahr-Radweg bis zum Rhein anbietet.

Vielleicht ein andermal, denn nun geht es zurück zum Ausgangspunkt in Bolsdorf, wo nicht nur ein herrliches Naherholungsgebiet passiert wird und ein hübsches Café zur Einkehr lockt, sondern der Kalkeifel-Radweg auf eine andere beliebte Trasse trifft: den Kylltal-Radweg, der wiederum bis zur Mosel bei Trier führt. Vorher ging's bereits durch Niederehe und Kerpen mit seiner imposanten Burg, dem Bilderbuch-Dorfkern und einem sehr verlockenden Café, durch Walsdorf und schließlich auch Hillesheim. Das Städtchen, das sich als Mekka der Eifel-Krimis versteht, lockt vor allem mit seiner historischen Altstadt und den vielen Einkehrmöglichkeiten (unter anderem einem Krimi-Café). Es ist aber auch der einzige Ort, an dem die Radlerfreude ein wenig vergällt wird: Denn die Radfahrer werden über die stark frequentierten Hauptverkehrsachsen der Stadt gelotst. Vor allem mit Kindern bietet es sich dort an, das Rad einige Meter zu schieben. Kosmos-Radweg:

EXTRA Kosmos-Radweg: Zwar von der Idee her kein Unikat in Deutschland, aber dennoch ein einzigartiges Rad-Erlebnis für die ganze Familie bietet der 20 Kilometer lange Kosmos-Radweg zwischen Daun und Meerfeld. Der wird zwar erst nächste Woche offiziell eröffnet, erfreut sich aber bereits großer Beliebtheit. Das mag zum einen daran liegen, dass man sich Sport treibend schlau machen kann und an den Edelstahl-Modellen der einzelnen Planeten unseres Sonnensystems sowie zu zentralen Themen des Universums solche Fragen beantwortet bekommt wie: "Was sind Planeten?", "Wie groß ist die Sonne?", "Was hat es mit dem Urknall auf sich?". Zum anderen verspricht die kurvenreiche Tour entlang der Kleinen Kyll durch beeindruckende Eifel-Landschaft und nette Dörfer aber auch allerlei Genuss für Auge, Nase und Ohr. Und im schmucken Meerfeld lohnt sich eine Rast allemal - besonders, wenn man zuvor das idyllische Maar umrundet, den "Landesblick" erklommen und von dort die Aussicht über Maar, Dorf und die reizvolle Umgebung genossen hat. (mh)Mineralquellen-Route:

EXTRA Mineralquellen-Route: Die etwa 20 Kilometer lange Mineralquellen-Route zwischen Daun und Niederehe, wo sie mit dem Kalkeifel-Radweg zusammentrifft, stellt eine wichtige Querverbindung im Radwegenetz der Eifel dar: Sie dockt den Maare-Mosel-Radweg zwischen Daun und Lieser an den ebenso beliebten Ahr-Radweg an, der von Blankenheim bis zur Mündung der Ahr in den Rhein bei Sinzig führt. Dadurch werden erstmals Rundfahrten mit dem Rad entlang Ahr, Rhein, Mosel und zurück durch die Eifel möglich. Eine ähnliche Anbindung gen Norden stellt auch der Kalk eifel-Radweg dar, der den Kylltal- mit dem Ahr-Radweg verbindet. Anders als sein westlicher Bruder ist die Mineralquellen-Route, die teilweise über Straßen geführt wird, aber nicht für gemütliche Familienausflüge mit dem Rad zu empfehlen: Denn aus beiden Richtungen müssen hin auf nach Dockweiler (583 Meter hoch) auf relativ kurzen Distanzen heftige Steigungen gemeistert werden. Dafür locken danach rasante Abfahrten, und das Naturerlebnis sowie die zahlreichen Mineralquellen entlang der Route entschädigen für und erfrischen nach den überstandenen Strapazen. (mh)EXTRA Enztal-Radweg: Der 13,5 Kilometer lange Lückenschluss zwischen Arzfeld und dem Prümtal-Radweg bei Lünebach/Pronsfeld wird am Samstag, 31. Mai, offiziell freigegeben. Die Teilnehmer treffen sich um 12 Uhr auf dem Ausstellungsgelände am alten Bahnhof in Arzfeld. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering radelt über Üttfeld zur Abschlussveranstaltung in Lünebach (Parkplatz B 410). Dort unterhält der Musikverein Eifelecho Lünebach die Gäste. (cus)

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