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Auf heißer Spur zum Heiligen Rock

(Trier) Auf den Spuren des kleinen Felix: Mit einem Programm für Smartphones und Tablet-PCs können Kinder Rätsel und Geheimnisse des frühchristlichen Triers lösen. Mitentwickelt wurde es von Trierer Grundschülern.
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Trier. Augusta Treverorum, das römische Trier im Jahr 312: Der kleine Felix ist verzweifelt. Er und seine Eltern wurden verschleppt und voneinander getrennt. Der Grund: Felix und seine Eltern sind Christen, die Feinde haben. Der Junge ist ratlos und bittet um Hilfe, damit seine Familie wieder zusammengeführt werden kann. Das ist die Ausgangssituation der sogenannten Krimi-App für Smartphones und Tablet-PCs, die an der Matthias-Grundschule in Trier entstanden ist. Zehn Kinder haben sie in einer AG mitentwickelt.
Die Idee: Um die Familie von Felix wieder zu vereinen, wird eine Gruppe von Detektiven losgeschickt: die "Take 5s". Die Krimi-App führt sie von der Abtei St. Matthias bis zur Porta Nigra, wo sie jeweils Hinweise zur Lösung des Falls bekommen. Gleichzeitig lernen sie so die frühchristliche Geschichte der Stadt kennen.
Die Detektive erfahren beispielsweise, dass die Konstantinbasilika ursprünglich ein römischer Thronsaal war und heute eine evangelische Kirche ist. Im Dom wird ihnen erklärt, was Reliquien sind und dass der Heilige Rock ein Symbol für die ungeteilte Christenheit ist.
Um die Geschichte zu entwickeln, haben die Schüler die Schauplätze selbst besucht. Dabei entstanden Fotos und Zeichnungen, die in der App zu sehen sind. Auch die Texte haben sie selbst eingesprochen. Außerdem haben sie einen Film über die Entstehung der App gedreht.
"Die Kinder haben die Geschichte mit viel Spaß und Interesse selbst weiter entwickelt", berichtet Diplom-Pädagogin Ute Schneider-Ludwig von der Trie rer Agentur audiobits, die das Projekt leitet. Anlass sei die Heilig-Rock-Wallfahrt mit ihrem Leitwort "Und führe zusammen, was getrennt ist" gewesen: "Das greifen wir nicht nur mit der Zusammenführung der getrennten Familie von Felix wieder auf, der Heilige Rock steht ja auch für die Einheit der Christenheit über Konfessionsgrenzen hinweg."
So sei mit der Krimi-App auch eine Geschichte über Toleranz und Religionsfreiheit entstanden. Schulleiterin Christina Steinmetz: "Die Kinder haben immer wieder begeistert erzählt, was sie erlebt haben und welche Ideen sie mit einbringen konnten", sagt Steinmetz. Carola Fleck von der Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat sieht in dem Projekt einen großen Gewinn.
"Es war total spannend, nach den Hinweisen zu suchen, ich habe richtig mitgefiebert", berichtet Leon (10). So ging es auch der zehnjährigen Emma: "Es hat viel Spaß gemacht, die Geheimnisse zu lüften." red
Interessierte können sich die Krimi-App nach Ostern aus dem Internet herunterladen. Unter www.smart-guide.de gibt es den entsprechenden Link. Der Film über die Entstehung der Krimi-App ist im April mehrmals im Bürgerfernsehen OK 54 zu sehen.

 


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