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Schüler erinnern mit Gedenkstein an Nazi-Gräuel

Neuntklässler der Integrierten Gesamtschule Zell installieren eigenes Mahnmal nahe dem ehemaligen Konzentrationslager Hinzert

(Hinzert/Zell) Auf einer Lichtung bei Hinzert haben Neuntklässler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Zell einen Baum gepflanzt und eine Plakette installiert. Diese Plakette soll ein Mahnmal gegen das Vergessen der Gräueltaten sein, die die Nationalsozialisten im ehemaligen SS-Sonderlager/Konzentrationslager Hinzert begangen haben.

19.07.2013
Hinzert/Zell. Ein Denkmal steht ganz in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Hinzert. Es erinnert daran, dass dort einmal Massen von Menschen begraben wurden, die während der Nazizeit im Lager getötet worden waren. In der Nähe dieses Denkmals haben Schüler der IGS Zell jetzt einen Baum gepflanzt und ihren eigenen kleinen Gedenkstein aufgestellt. Eine Plakette auf dem Stein trägt die Inschrift: "Der Besuch dieser Gedenkstätte und die Arbeit gegen das Vergessen rechtfertigen jegliche Unterstützung."
Dieses neue, zusätzliche Mahnmal hat der Wittlicher Steinmetz und Bildhauer Sebastian Langner den IGS-Schülern gestiftet. Es in Hinzert zu installieren und das ehemalige Konzentrationslager zu besichtigen, war für die Neuntklässler der Abschluss des Religions- und Geschichtsunterrichtes. In vielen Stunden hatten sie sich intensiv mit dem Nationalsozialismus beschäftigt und hatten schon eine vage Ahnung von dem, was sie im ehemaligen KZ Hinzert erwarten würde.
Dort, wo viele Menschen verschiedenster Nationalitäten misshandelt und getötet wurden, ist heute nichts mehr zu sehen von Baracken oder Zäunen. Dafür gibt es ein Dokumentationszentrum: Bilder, Texte und Videos gaben den Schülern Einblicke in die Lebensbedingungen im SS-Sonderlager. Darunter waren etwa die Aufzeichnungen des ehemaligen Häftlings Joseph de la Martinière. Sie beschreiben unter anderem, wie der Kommandant die Häftlinge im Lager begrüßte: "Ihr seid hierher gekommen, um zu verrecken, und ich gebe euch mein Wort darauf, dass ihr verrecken werdet!"
Viele Häftlinge, die tagsüber schwere Arbeiten im Steinbruch oder im Wald leisten mussten, starben an Entkräftung und Hunger. Andere richteten die Nazis willkürlich hin. Auf die Rückseite der Gefangenenkleidung war mit weißer Farbe ein Punkt gemalt, damit die Wachen wussten, wohin sie schießen mussten, falls einer der Gefangenen fliehen wollte.
Von ihren Eindrücken waren Schüler und Lehrer aus Zell zutiefst ergriffen. Der von ihnen gepflanzte Baum und der Gedenkstein sollen ein Anlaufpunkt für kommende neunte Klassen der IGS sein. red

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