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Große Holzvielfalt, viele Besucher

Dendro 2012: Hunsrücker Holztage locken etwa 4000 Menschen nach Weiperath

(Weiperath) Geschnitzte Bären, große Sägen, filigrane Instrumente: Bei der Dendro 2012 haben sich am Wochenende 65 Aussteller präsentiert. Zur dritten Auflage der Hunsrücker Holztage kamen laut Veranstalter etwa 4000 Besucher.

01.07.2012
Hannah Schmitt
Weiperath. Gemächlich rattert ein dicker Holzstamm in Richtung Säge. Die bewegt sich 270 Mal in der Minute hin und her - und zerschneidet langsam den Stamm. Aus dem Jahr 1920 ist die Horizontalgattersäge, die im Hunsrücker Holzmuseum in Weiperath steht.
Nur wenige Meter entfernt ist ein weiteres Gerät zu hören. An dem mobilen Sägewerk geht es jedoch wesentlich schneller zu. Damit können Holzstämme direkt im Wald zerteilt werden.
Nicht nur die Vergangenheit des Holzes im Blick haben, sondern auch die Gegenwart und die Zukunft - das will Michael Pinter, Leiter des Holzmuseums, mit der Messe Dendro (griechisch Baum) erreichen. Bei der dritten Auflage der Hunsrücker Holztage am Wochenende in Weiperath konnten sich die etwa 4000 Besucher davon nicht nur beim Sägen überzeugen.
Bei verschiedenen Vorführungen hatten sie ebenfalls die Gelegenheit, die Entwicklung vom Rückepferd, das gemächlich einige wenige Stämme über die Wiese zog, bis hin zur modernen Rückemaschine zu beobachten. Die hob die Stämme flink in die Luft und verlagerte sie in Nullkommanichts einige Meter weiter. Dieses große Spektrum beeindruckte auch Heinrich Becker und seine Familie aus Beuren. "Es ist hier schon sehenswert."
Doch auch die Vielfalt des Rohstoffes Holz zu präsentieren, hatte sich das Museum gemeinsam mit der Gemeinde Morbach als Veranstalter auf die Fahne geschrieben. So zeigten die 65 Aussteller aus Holzindustrie, -handwerk sowie -energiewirtschaft, was mit dem Rohstoff alles möglich ist. Von Stiften, Schüsseln, einem Oldtimer über Formen für Eiswaffeln bis hin zu Holzpellets, Fenstern sowie Musikinstrumenten. Die gab es gleich an mehreren Stellen zu sehen und zu hören - zum Beispiel das Schlaginstrument Cajón oder Schalmeien.
Ein weiterer Anziehungspunkt war der Kletterbaum des Morbacher Gemeindeforsts, den viele Kinder sicher angeleint erklommen.
Die Messe sei wichtig, um den hiesigen Unternehmen eine Plattform zu bieten, aber auch um jungen Menschen zu zeigen, was es in diesem Bereich alles gebe, sagte Staatssekretär Peter Bleser bei der Eröffnung. Und die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken gab gar dem berühmten "Holzweg" eine neue Bedeutung: "Heute stellt sich heraus, dass der Holzweg der Weg in die Zukunft ist." Das sah Organisator Michael Pinter genauso. Und auch sein Fazit nach zwei Tagen war positiv: Resonanz und Stimmung seien sehr gut gewesen. Die Messe sei ihm wie ein richtiges Holzfest vorgekommen.