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Eine Familie, zwei Weinbaubetriebe

Familienunternehmen bekommt Wirtschaftspreis für Nachfolgeprojekt

(Konz-Oberemmel) Carolin Hofmann pendelt oft zwischen ihrem Weingut in Konz-Oberemmel und dem Weingut ihres Mannes Jürgen in Appenheim (Landkreis Mainz-Bingen) hin und her. In diesem Jahr wurde beiden der Mainzer Wirtschaftspreis verliehen.

27.04.2011
Max Henning Schumitz
Konz-Oberemmel. Carolin Hofmann steht im Weinkeller ihres Weinguts in Oberemmel. Sie beobachtet, wie ihr Mann Jürgen zusammen mit einem Helfer den 2010er Wein filtriert und in Flaschen abfüllt. Mit dem im vergangenen Herbst geernteten Trauben und dem daraus gemachten Wein ist sie zufrieden. Und auch, dass sie in diesem Jahr zusammen mit ihrem Mann den Preis der Mainzer Wirtschaftsjunioren für das beste Nachfolgeprojekt gewonnen haben, freut beide sehr. "Das ist für uns auch ein Signal, dass der von uns eingeschlagene Weg richtig ist."

Elterliches Gut übernommen


Vor sieben Jahren hat Carolin Hofmann das Weingut Willems-Willems in Oberemmel von ihren Eltern Maria und Karl Willems übernommen. Beide hatten den Betrieb in den 1970er Jahren von einem landwirtschaftlich geprägten Betrieb in ein Weingut umgebaut. "Hierauf konnte ich aufbauen", sagt die 31-Jährige, die während und nach ihrem Weinbau- und Önologiestudium an der Fachhochschule Geisenheim in Australien und Südafrika gearbeitet hat.
Ihren Mann Jürgen hat sie vor zehn Jahren auf der Jungweinprobe in Leiwen kennengelernt. Auch er hat nach einem Weinbaustudium inzwischen das Weingut seiner Eltern übernommen.
"Uns war schnell klar, dass wir beide Betriebe miteinander verschmelzen müssen", erzählt Carolin Hofmann. Das sei der Ausgangspunkt für eine an strengen Qualitätsmaßstäben orientierte Unternehmensphilosophie gewesen. Daraus hat sich das zentrale Thema für die Kooperation der beiden Weingüter ergeben: Schiefer trifft Muschelkalk. "Angelehnt an die verschiedenartigen Böden, auf denen unser Wein wächst."
Im Sommer steht die Aussiedlung des Weinguts in Appenheim aus dem Ortskern in die Randlage des Weindorfs an. "Wir brauchen mehr Platz, um unsere Unternehmensabläufe zu verbessern", berichtet Carolin Hofmann. Mittelfristig sei geplant, auch die Weintrauben aus Oberemmel in Appenheim zu keltern, und den Wein dann auch dort auszubauen.
Bis es so weit ist, wird die Familie noch häufig zwischen beiden Standorten hin- und herfahren. "Die Fahrten an die Saar bringen den Vorteil, dass ich mich hier mit meinen Winzerfreunden auch fachlich gut austauschen kann", sagt Carolin Hofman. Gute Tipps für den eigenen Betrieb lasse sie sich gerne geben.

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