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Tiere gequält und Nachbarn bedroht: Zeugen belasten 42-Jährigen in Prozess am Trierer Landgericht

(Konz/Trier/Bitburg) Im Prozess wegen schwerer Brandstiftung und elf anderen Straftaten gegen einen 42-jährigen gebürtigen Konzer haben mehrere Zeugen ausgesagt, dass der Mann einen Hund und eine Katze misshandelt haben soll.

28.01.2016
Christian Kremer
Eine 77-jährige Zeugin schildert vor der dritten Großen Strafkammer am Landgericht Trier, wie der 42-Jährige auf der Anklagebank sie und andere Nachbarn in Trier-Weismark 2015 monatelang terrorisiert hat. Der negative Höhepunkt war am 21. Juli: „Meinen Hund hat er so getreten, dass er zwei Meter durch die Luft geflogen ist.“ Der winzige Chihuahua habe geheult und geschrien. 

Nach diesem Vorfall hat die Frau genug. Die Rentnerin erstattet Anzeige gegen den 42-jährigen gebürtigen Konzer. Zuvor soll der Angeklagte schon Lebensmittel aus ihrem Keller gestohlen, Drohzettel aufgehängt („Krepier endlich mit deiner kleinen Ratte“) und einen Adventskranz von der Tür gerissen und durch ein selbst gebasteltes Hakenkreuz ersetzt haben. All diese Taten beschreibt die Zeugin als Folge der Trennung von seiner langjährigen Freundin. „Dann ist er in ein tiefes Loch gefallen“, sagt sie. Sie habe ihn lange Zeit bemuttert. Doch er habe sich verändert und sei wohl psychisch krank. Als sie den Gerichtssaal verlässt, verabschiedet sie sich von ihm: „Ich wünsche Ihnen alles Gute.“ Er schaut teilnahmslos drein und blickt sie nicht an. 

Weitere Nachbarn, die als Zeugen aussagen, sind nicht gut auf den Mann zu sprechen. Einer von ihnen und seine Lebensgefährtin schildern, wie sie ihre Katze in der Wohnung des Angeklagten jaulen gehört haben. Zuvor soll das Tier einen Tag lang verschwunden gewesen sein. Die Polizei habe daraufhin die Wohnungstür aufgebrochen. „Die Katze ist im Backofen gefunden worden“, sagt der 25-jährige Zeuge. Das Tier habe in seinen eigenen Exkrementen und Reißnägeln gestanden. Seit diesem Vorfall ist der Mann in der Psychiatrie. 

Eine andere Zeugin sagt vor Gericht, dass sie den Angeklagten nur in Unterhose, Winterjacke und mit schweren Schuhen bekleidet im Keller angetroffen habe. Seitdem habe sie sich im Dunkeln nicht mehr ohne Pfefferspray und Taschenlampe dorthin getraut. 

Im Februar 2013 soll der 42-Jährige zudem laut Anklage die Wohnung einer Ex-Freundin in Bitburg angesteckt haben. Die Wohnung war dann unbewohnbar. Bisher ist nicht klar, ob das Feuer gelegt oder fahrlässig entfacht wurde („Zweifel an Brandstiftung überwiegen“, TV vom 22. Januar). Weil aber die Brandstiftungsvorwürfe bei seinen Nachbarn bekannt waren, hatten sie Angst, dass er bei ihnen ein Feuer legen könnte – zumal er im Vorgarten herumgezündelt habe. Die Staatsanwaltschaft will ihn jetzt dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen. 

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