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Walzer tanzen zu Welthits

(Trier) Wiener-Walzer-Seligkeit und schöne Bilder hat die Johann-Strauß- Gala den Zuschauern zwischen den Jahren in der Trierer Europahalle beschert. Die Inszenierung der Wiener Festival Operette konnte durch Opulenz und Qualität überzeugen.
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Trier. Die Zuschauer auf eine nostalgisch-musikalische Reise ins Wien des 19. Jahrhunderts mitzunehmen, das war das Ziel der Wiener Johann-Strauß-Gala am Samstagabend in der Trierer Europahalle. Mehrere Hundert Zuschauer sind dem Ensemble der Wiener Festival Operette unter der Regie von Erika Galamb bereitwillig gefolgt und erlebten Walzer und Operette auf hohem Niveau.
Ein 32-köpfiges Symphonieorchester unter der Leitung von Paul Farkas und rund zwei Dutzend Tänzer, Sänger und Solisten füllten die Bühne bei einer lebendigen Inszenierung der Werke des Walzerkönigs Johann Strauß (1825-1899). Beginnend mit dem berühmtesten aller Walzer "An der schönen blauen Donau" und endend mit dem Radetzky-Marsch - dazwischen ausnahmslos Ohrwürmer, Gassenhauer und Welthits aus seinen Operetten "Fledermaus", "Zigeunerbaron" und "Nacht in Venedig". Im Hintergrund laufen Bildprojektionen, Szenen aus Wien, dem Wienerwald und Venedig, darunter sitzt das Orchester und vorn auf der Bühne agieren die Tänzer und Sänger - ein stimmungsvolles Bild.
Die Solisten überzeugen stimmlich und darstellerisch, den größten Applaus heimst Bariton Zoltan Galamb für seinen Schweinefürsten aus dem Zigeunerbaron ein, dem "Borstenvieh und Schweinespeck der ideale Lebenszweck" sind. "Sehr ulkig, komödiantisch, aber auch gesanglich schön", sagt eine Dame aus dem Publikum. Galamb weiß zusätzlich, als Moderator des Abends, einige interessante Anekdoten über Strauß und seine Zeit zu erzählen. So etwa galt der Walzer einigen erzkonservativen Zeitgenossen als anstößig und sittenzersetzend, erst ein humorvolles Machtwort des Fürsten Metternich beendete die Diskussion. Die Zuschauer schmunzeln, wippen im Takt auf ihren Stühlen und sind ganz offensichtlich heiter-beschwingt. Opulente und farbenfrohe Kostüme, jeweils zum Musikstück passend, und akzentuierte Lichttechnik tun ein Übriges, wobei der Vordergrund der Bühne etwas mehr Licht vertragen hätte.
Die Aufführung bietet eine gelungene Symbiose aus Musik, Gesang und Tanz, sie überzeugt durch ein hohes Niveau. Genau die richtige Dosis Kitsch und Wiener Schmäh.


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