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Zwei Frauen und ein Mann schaffen Sprung in Landtag

(Bernkastel-Kues) Erneut hat Alexander Licht den Wahlkreis 23 gewonnen, dem die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Neumagen-Dhron, Thalfang, Kirchberg und die Einheitsgemeinde Morbach angehören. Große Siegerin ist aber Jutta Blatzheim-Roegler von den Grünen.
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Bernkastel-Kues. Als um Punkt 18 Uhr auf den Computer- und Fernsehschirmen die Prognose erscheint, gibt es bei den Grünen im Mainzer Landtag kein Halten mehr. Jutta Blatzheim-Roegler, Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis 23, fällt Parteifreunden um den Hals, sie reckt die Faust in die Höhe, strahlt und ist überglücklich. Dass sie den Sprung in den Landtag schaffen würde, war vorher bereits so gut wie sicher. Mit ihrem Listenplatz hätten auch fünf Prozent gereicht. Doch die Grünen holen landesweit über 15 Prozent.
 
Dass ihre Partei in ihrem Wahlkreis "nur" auf knapp 13 Prozent kommt, kann sie verschmerzen. "Wir haben für unsere Ziele lange und hart gearbeitet, jetzt sind wir dafür belohnt worden", sagt sie gegenüber dem TV. Seit vielen Jahren kämpft sie gegen die Hochmoselbrücke. Jetzt sieht sie eine Chance, das im Bau befindliche Projekt doch noch verhindern zu können. "Ich kämpfe darum, dass diese Brücke nicht verwirklicht wird. Für dieses Ziel werden wir hart verhandeln", sagt die neue Landtagsabgeordnete.

SPD verliert zehn Prozent

Als Verhandlungspartner kommt aller Voraussicht nach die CDU nicht infrage. Die Union legt zwar leicht zu, wird aber höchstwahrscheinlich erneut in der Opposition bleiben müssen. Im Wahlkreis 23 legt sie um über vier Prozent zu, ein Erfolg für Alexander Licht, der mit großem Abstand vor der SPD-Kandidatin Bettina Brück mit über 40 Prozent auch die meisten Erststimmen holt. In Rheinland-Pfalz sieht Licht die CDU auf einem guten Weg, die Partei im Land sei sehr geschlossen aufgetreten und habe mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner einen hervorragenden Wahlkampf gemacht. Besonders freut er sich über das CDU-Ergebnis in seinem Wahlkreis. Licht: "Ich habe gespürt, da ging ein Ruck durch die Partei."
 
Deutliche Einbußen muss die SPD auch im Wahlkreis 23 hinnehmen. Bei den Zweitstimmen verliert sie knapp zehn Prozent, fällt wieder hinter die CDU und kommt nur noch auf 34,6 Prozent. Die CDU ist im Wahlkreis mit 37,7 Prozent wieder deutlich stärkste Partei. Bettina Brück freut sich dennoch über das Ergebnis: "Wir sind im Land stärkste Partei und stellen mit Kurt Beck wieder den Ministerpräsidenten."
 
Zu den Wahlverlusten ihrer Partei sagt die 43-jährige Thalfangerin: "Dass wir die absolute Mehrheit nicht erneut erreichen würden, war abzusehen. Die Atomdebatte hat zuletzt alles überlagert. Davon haben ganz klar die Grünen profitiert."
 
Enttäuschung und Niedergeschlagenheit bei der FDP. Direktkandidatin Sandra Heckenberger war auf dem Weg in den Mainzer Landtag, als sie um 18 Uhr im Radio die Prognose hörte. "Das kann doch wohl nicht wahr sein", war ihr erster Kommentar. Jetzt müsse man, so Heckenberger, an die Nacharbeitung der Wahl gehen und analysieren, was schiefgelaufen sei. Kleiner Trost für die Andelerin: Sie liegt mit 5,1 Prozent der Erststimmen leicht über dem Landesergebnis.
 
Enttäuschung auch bei Rainer Stablo (Die Linken). Er hatte gehofft, dass seine Partei den Einzug in den Landtag schaffen würde. Stablo: "Die Linken sind unter die Räder gekommen." Das Ergebnis der Grünen sei hingegen keine Überraschung. Ökologie sei auch ein Thema der Linken, es werde von den Wählern aber immer noch mehr mit den Grünen verbunden.
 
Für den Direktkandidaten der Freien Wähler, Hugo Bader, ist das Wahlergebnis maßgeblich von der Atomdebatte beeinflusst. Nur so kann er sich "den nicht nachvollziehbaren Zugewinn" der Grünen erklären. Die SPD sei für ihre Schuldenpolitik von den Wählern abgestraft worden.

Alle Wahlergebnisse auf volksfreund.de/ergebnisse
 

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