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Geschichtsverein Prümer Land: Brennpunkte, wohin man schaut

(Prüm) Der Geschichtsverein Prümer Land hat sein Jahresprogramm beisammen. Zu den Schwerpunkten gehört die "Brennpunkt"-Reihe mit bekannten Fachleuten. Den Werner-Blindert-Preis verleiht der Verein diesmal an Regisseur und Autor Edgar Reitz, der sich die Auszeichnung im September in Prüm abholen wird.

09.02.2016
Fritz-Peter Linden
Prüm. Dranbleiben am Zeitgeschehen - vor allem an aktuellen Entwicklungen, die auch in der Eifel ankommen mit all den Menschen, die vor Krieg und Drangsal flüchten: Gleich drei Mal hat der Geschichtsverein Prümer Land für das laufende Jahr prominente Experten zu Gast. Denn ein Schwerpunkt, sagt der Vorsitzende Volker Blindert, liege diesmal auf der Reihe "Brennpunkt Geschichte", die der Verein 2007 ins Leben rief.

Kein Wunder, wenn man sich die politische Weltlage anschaut - vor lauter Krisen weiß man kaum, wo man hinschauen soll, um noch einen friedlichen Flecken zu finden. Die Stichworte für die Eifeler Heimathistoriker: Flüchtlinge, der Nahe Osten und der Terrorismus.

Thematisch schwere Brocken


Den ersten Vortrag, gleich zum letztgenannten Punkt, hält am Freitag, 18. März, im Konvikt der Terrorismus-Experte Rolf Tophoven (19.30 Uhr). Auf ihn folgt am Freitag, 8. April, ebenfalls im Konvikt, der frühere Chef des ARD-Studios in Kairo, Jörg Armbruster. Titel seines Vortrags: "Brennpunkt Nahost. Wie eine Region die Welt in Atem hält."

Und am Freitag, 3. Juni, spricht an gleicher Stelle Wolfgang Bauer, Reporter der Wochenzeitung Die Zeit, zum Thema "Über das Meer - Mit syrischen Flüchtlingen unterwegs".
Alles thematisch schwere Brocken, denen der Verein aber auch Leichteres entgegensetzt - wie mit dem Kabarettabend im Dezember: Dann sagt Rüdiger Hoffmann: "Hallo erst mal…"

Den Werner-Blindert-Preis, benannt nach dem Vereinsgründer, erhält in diesem Jahr Edgar Reitz, dessen "Heimat"-Filme so anders sind als andere Heimatfilme: Damit habe Reitz Geschichte dokumentiert und einer großen Zuschauerzahl in Kino und Fernsehen zugänglich gemacht - und "kleiner Regionalgeschichte eine große Bühne bereitet".
Die Verleihung ist am Freitag, 2. September. Dann wird der gebürtige Hunsrücker Reitz, der bereits erfreut auf die Nachricht aus Prüm reagiert hat, auch selbst zum Thema Heimat einen Vortrag halten.

Davon abgesehen behält der Verein selbstverständlich die Eifel und das Prümer Land im Blick - nicht zuletzt mit seiner diese Woche frisch veröffentlichten Zeitschrift, dem Prümer Landboten. Hinzu kommen zahlreiche Wanderungen, Ausflüge und Studienreisen, unter anderem nach Waterloo, nach Frankreich oder ins Münsterland und der traditionelle Mundartnachmittag im November. Daumen drücken: Vielleicht kommt noch ein vierter zeitpolitischer Fachmann in diesem Jahr dazu, mit dessen Namen der Vorsitzende aber noch nicht hausieren gehen will: Aktuell, sagt Volker Blindert, laufe jedenfalls noch eine aussichtsreiche Anfrage "bei einem der bekanntesten und angesehensten ehemaligen Politiker unserer Republik, der einst Geschichte schrieb". Sollte dieser seine Zusage geben, dann wäre das "ein absoluter Höhepunkt unserer Reihe".
Extra
Die Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Prümer Land mit Präsentation des neuen Programms und der Eröffnung der Ausstellung "200 Jahre Wiener Kongress" ist am Freitag, 11. März, 19.30 Uhr, im Casino der Kreissparkasse in der Hahnstraße. Die Ausstellung zeigt 13 Originalkarten aus den Jahren zwischen 1700 und 1855. Sie lassen erkennen, wie sich die Grenzen im Laufe der Jahre verschoben haben und welche Auswirkungen der Wiener Kongress auf die Eifel hatte. "Geschichte im Kino" heißt es wieder am Mittwoch, 18. Mai, 19.30 Uhr. Auf dem Programm im Eifel-Kino-Center Prüm: "Das Tagebuch der Anne Frank." Mehr zum Programm im aktuellen Prümer Landboten und unter www.gvpl.de - dort erhält man auch Karten zu den eintrittspflichtigen Terminen. Der Vorverkauf für die Vorträge beginnt am Dienstag, 16. Februar, Karten haben auch die Prümer Buchhandlungen Behme und Hildesheim. fpl

 

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