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Pronsfeld macht sich frisch

Ort ist einzige Gemeinde des Eifelkreises im Landesprogramm zur Dorferneuerung

(Mainz/Pronsfeld) Als einzige Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist Pronsfeld von Landesinnenminister Roger Lewentz zur Schwerpunktgemeinde im Dorferneuerungsprogramm ernannt worden. In den kommenden sechs Jahren werden damit private und öffentliche Vorhaben mit Beratung und Geld gefördert.

01.04.2014
Fritz-Peter Linden
Mainz/Pronsfeld. In diesen Wochen wird am Pronsfelder Dorfplatz kräftig gearbeitet: Dort mussten unter anderem die Bäume gefällt werden, weil ihre Wurzeln Pflaster und Kanalisation beschädigt hatten. Außerdem erhält der Platz eine neue, behindertengerechte Bushaltestelle mitsamt neuer Wartehalle.

Alte unterstützen, Junge halten


Sieht aus wie Dorferneuerung - ist es aber gar nicht. Trotzdem passt dazu die Nachricht, dass Innenminister Roger Lewentz soeben im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms 20 Orte in Rheinland-Pfalz als neue Schwerpunktgemeinden anerkannt hat. Und das einzige Dorf im Eifelkreis, das aktuell ins Programm aufgenommen wurde, ist Pronsfeld. Im Kreis Vulkaneifel kam Nohn hinzu. In den kommenden sechs Jahren - so lange läuft die Anerkennung - können nun Gemeinde und Bürger auf Fördergeld und kostenlose Beratung zurückgreifen, wenn sie ihre Vorhaben verwirklichen wollen.
"Wir haben uns sehr gefreut", sagt Ortsbürgermeisterin Monika Winkelmann angesichts der Nachricht aus Mainz. Jetzt hoffe man, im Dorf einiges bewegen zu können. Zumal es bereits eine Reihe positiver Reaktionen von Bürgern gegeben habe, "die sich bereit erklärt haben, mitzumachen". Die Freude teile übrigens auch der gesamte Gemeinderat, auch wenn man wisse, "dass nun etwas mehr Arbeit auf uns alle zukommt. Aber das, denke ich, machen wir gerne. Schon bei der Beratschlagung, ob wir uns bewerben sollen, waren viele Pronsfelder Bürger anwesend und zeigten Bereitschaft, bei verschiedenen Projekten mitzuarbeiten."
Was nun im Einzelnen geschehen solle, "das bestimmen nicht die Bürgermeisterin oder der Ortsgemeinderat", sagt Monika Winkelmann, "sondern die Leute im Dorf".
Zunächst werde von Orts- und Verbandsgemeinde ein Beratungsbüro für die Dorfmoderation bestimmt, danach lädt die Ortsgemeinde zu einer Bürgerversammlung ein, um die Eckpunkte und Bedingungen des Programms darzulegen. Monika Winkelmann würde sich freuen, "wenn möglichst viele Pronsfelder sich daran beteiligen und uns mit Rat und Tat zur Seite stehen".
Im Prinzip kann jeder, der zum Beispiel ein Haus sanieren oder bauen will, vom Programm profitieren. Darüber hinaus will die Ortsgemeinde aber auch andere Vorhaben in Gang bringen: "Es geht uns nicht nur um Projekte baulicher Art", sagt Monika Winkelmann.
Auch bei Infrastruktur und Vorhaben zur Verbesserung von Tourismus und Gemeinwesen sehe man Möglichkeiten: "Das Dorf altert ja immer mehr", sagt die Bürgermeisterin. Und da wolle man eben etwas tun, um die Senioren zu unterstützen und die Jugend in der Gemeinde zu halten. Auch dabei sind Vorschläge und Ideen der Bürger willkommen (siehe Extra). Und, bevor das vergessen wird: Am Dorfplatz, sagt die Ortsbürgermeisterin, würden auch wieder Bäume eingesetzt - allerdings erst im Herbst.
Die Kreisverwaltung in Bitburg berät die Bürger ebenfalls zu allen Vorhaben im Rahmen der Dorferneuerung. Verantwortlich ist Edgar Kiewel. Er erinnert daran dass der Ort bereits vor 30 Jahren ein erstes Erneuerungskonzept entwickelt und einiges davon umgesetzt habe. Aber damals sei es noch nicht um den demografischen Wandel gegangen - "heute will sich Pronsfeld den neuen Herausforderungen stellen". Kiewel ist erreichbar unter Telefon 06561/154140.
Extra
Die Dörfer stärken, attraktiver machen und weiterentwickeln: Rund 17 Millionen Euro stehen nach Aussage von Minister Roger Lewentz in diesem Jahr für das Dorferneuerungsprogramm bereit. Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde erfolgt für sechs Jahre. So lange können sich alle privaten und öffentlichen Bauherren kostenlos von Dorfmoderatoren beraten lassen und Bauzuschüsse vom Land erhalten - für Projekte, die zur Stärkung und Wiederbelebung der Ortskerne beitragen und die Siedlungs- und Kulturlandschaft erhalten. Im vorigen Jahr sind laut Innenministerium 30 Dorfmoderationen mit insgesamt rund 350 000 Euro gefördert worden, 154 öffentliche und 1075 private Vorhaben wurden unterstützt. Die Gesamtfördersumme in Höhe von 20,3 Millionen Euro habe Investitionen in Höhe von 113 Millionen Euro ausgelöst, die auch regional ansässigen Betrieben zu- gute gekommen seien. fpl