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Zwölf Monate im Zeichen der Kaiser: Wie Prüm sich am Karolingerjahr beteiligt

Wie Prüm sich am Karolingerjahr beteiligt

(Prüm) Das Karlsjahr 2014 in Prüm nimmt Formen an, die ersten Veranstaltungen sind von Stadt und Geschichtsverein bereits festgezurrt. Auch der Karolingerweg rund um Basilika und ehemalige Abtei soll eine neue Station bekommen.

17.09.2013
Christian Brunker
Prüm. Im kommenden Jahr feiert ganz Europa den 1200. Todestag Karls des Großen - allen voran die Kaiserstadt Aachen, wo mehrere Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert werden. Doch auch im kleinen Prüm wollen die Stadt und der Geschichtsverein Prümer Land das Jubiläumsjahr nutzen, um das historische Erbe zu betonen. Zunächst wurde an eine - wie auch immer geartete - Zusammenarbeit mit Aachen gedacht. Doch das scheint derzeit an einem mangelnden Interesse seitens der Aachener zu scheitern. Auf ihre entsprechenden Briefe habe sie kaum Antworten erhalten, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy - und vor allem keine Zusagen, etwa in der Form, dass eine Ausstellung in Prüm organisiert werde.

Lesung und Legenden


Stattdessen plant die Stadt zusammen mit dem Geschichtsverein eigene Veranstaltungen - wenn auch natürlich in einem deutlich kleineren Rahmen. Außerdem wird seit einigen Monaten überlegt, der Stadt einen Beinamen zu geben. Im Gespräch sind sowohl "Karolingerstadt" als auch "Kaiser-Lothar-Stadt". Wobei man sich ersteren Titel mit Lorsch am Rhein teilen müsste.
Mit dem ersten Veranstaltungshöhepunkt lässt sich der Verein nicht viel Zeit: Am Freitag, 14. Februar, wird Autorin Martina Kempff aus ihrem neuen historischen Roman "Die Gabe der Zeichnerin" lesen. Darin geht es um den Bau des Aachener Doms und auch Prüm wird eine Rolle spielen. Wer nicht so lange warten will: Das Buch ist seit dem gestrigen Dienstag im Handel.
Mit der Figur Karls und den um ihn gestrickten Mythen und Legenden wird sich ein ausgewiesener Experte befassen: Professor Max Kerner von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen hat bereits mehrere Bücher über den Frankenkaiser geschrieben. Am Freitag, 28. März, 19.30 Uhr, wird er einen Vortrag zum Thema "Mythos Karl - Wie die Nachwelt Karl den Großen sieht" halten. Umrahmt wird die Veranstaltung mit mittelalterlicher Musik der Gruppe "Capella Aquisgrana". Diese Veranstaltung wird vom Geschichtsverein gemeinsam mit der Stadt Prüm organisiert.
Auf dem Programm steht außerdem eine Tagesfahrt nach Aachen. Sie ist für Samstag, 19. Juli, unter der Leitung von Hanns-Georg Salm geplant.

Besucher zeigen großes Interesse


Bereits jetzt freut sich Monika Rolef, Stadtratsmitglied und engagierte Basilika-Führerin, über das große Interesse vieler Besucher an der karolingischen Vergangenheit der Stadt. "Es kommen so viele Gäste nach Prüm, zuletzt hatte ich an einem Tag 250 Anmeldungen", sagt Monika Rolef. "Die Karolingerzeit imponiert den Leuten."
Auch für das anstehende Karlsjahr hat sie bereits Pläne. Schon so gut wie fertig sei ein zweiseitiges Relief, das den Mönch Wandalbert und zwölf Kalenderszenen zeigt. Dieses Werk des Irrhausener Bildhauers Peter Weiland soll den Karolingerweg ergänzen, der sich rund um die Basilika und das ehemalige Kloster zieht.
Extra
Das Karlsjahr in Aachen: In der Kaiserstadt Aachen steht das kommende Jahr ganz im Zeichen Karls des Großen. Aachen gilt als wichtigste Stadt in Karls Reich, der Kern des Aachener Doms, das sogenannte Oktogon, wurde um 800 unter seiner Regentschaft errichtet. Dort wurde er auch nach seinem Tod am 28. Januar 814 beigesetzt. Noch heute befinden sich die sterblichen Überreste dort. Im kommenden Jahr befassen sich drei Ausstellungen in Aachen mit seiner Person, sie werden am 20. Juni eröffnet. Alle weiteren Informationen unter www. karldergrosse2014.de ch