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Rechtspopulisten überholen in Umfrage die Grünen

(Mainz) Sieben Wochen vor der Landtagswahl ist die AfD laut einer aktuellen Umfrage erstmals drittstärkste Partei. Dem nächsten Landtag gehörten danach sechs Parteien an. Wahrscheinlich wäre eine große Koalition mit Julia Klöckner (CDU) an der Spitze. Dossier zum Thema: Landtagswahl 2016

22.01.2016
Je näher in Rheinland-Pfalz der Wahltermin rückt, desto mehr Umfragen werden auf den Markt geworfen. Die jüngste Umfrage hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer gemacht. Ergebnis: Die Landes-CDU bleibt mit 38 Prozent stärkste Partei, büßt aber gegenüber der letzten ZDF-Sonntagsfrage im November drei Prozentpunkte ein. Die SPD legt knapp zu auf 31 Prozent.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam vor einer Woche auch die SWR-Umfrage. Allerdings lagen da die Grünen noch bei neun Prozent und damit einen Prozentpunkt vor der Alternative für Deutschland (AfD). Im Politbarometer sind die bislang nicht im Landtag vertretenen Rechtspopulisten allerdings an den Grünen vorbeigezogen, liegen bei neun Prozent. Die Grünen kämen danach gerade mal auf sieben Prozent - ein Armutszeugnis für eine Partei, die bei der vergangenen Landtagswahl noch 15,4 Prozent holte. Angesichts des aktuellen Abwärtstrends klingt das von Grünen-Spitzenkandidatin Eveline Lemke diese Woche vorgegebene Wahlziel - "ein zweistelliges Ergebnis" - allerdings verständlich.

Laut Politbarometer würden derzeit auch FDP und Linke den Sprung in den Mainzer Landtag schaffen. Beide Parteien liegen danach bei fünf Prozent. Sechs statt wie derzeit drei Parteien im Parlament - das würde rechnerisch zwar für einige Konstellationen reichen, realistisch aber wäre dann wohl nur eine große Koalition, meint auch der Mainzer Politikprofessor Thorsten Faas. Seiner Einschätzung nach profitiert die AfD von den aktuell diskutierten Themen, etwa dem anhaltenden Flüchtlingszustrom und den Übergriffen von Köln.
Und was würde das aktuelle Umfrageergebnis aus regionaler Sicht bedeuten? Zahlenmäßig wenig: Die Region wäre künftig mit 15 statt der bislang 14 Abgeordneten in Mainz vertreten. Grüne (-2) und SPD (-1) ließen Federn, CDU, AfD, Linke und FDP profitierten. sey

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