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Umweltgift PFT rings um Spangdahlem: 14 Anträge auf Schadenersatz

(Spangdahlem) Wegen der krebserregenden Stoffe, die von der Airbase Spangdahlem in die Umwelt gelangen, sind beim Bund 14 Anträge auf Schadenersatz eingegangen. 300.000 Euro wurden der Verbandsgemeinde Wittlich-Land bewilligt.

28.10.2015
Katharina de Mos
Angelteiche, Bäche, Flüsse, Grundwasser, Böden und Klärschlämme sind rings um Spangdahlem mit perfluorierten Tensiden (PFT) verunreinigt. Die krebserregenden Stoffe verteilen sich vom US-Luftwaffenstützpunkt aus in der Umwelt. Schon 14 Anträge auf Schadenersatz sind deswegen bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) eingegangen. Wie hoch die Gesamtsumme ist, konnte die Behörde nicht sagen, da jeder Einzelfall geprüft wird. Das Beispiel der Verbandsgemeinde Wittlich-Land zeigt allerdings, dass es um erhebliche Summen geht. Der Kommune wurden laut Bima 300.000 Euro Schadenersatz gewährt. 2012 hatten Messungen gezeigt, dass Klärschlamm der Anlage Kailbachtal so stark mit PFT belastet ist, dass er nicht mehr in der Landwirtschaft ausgebracht werden darf. Seither muss der Schlamm abgeholt und verbrannt werden, was für das Abwasserwerk der VG deutlich teurer ist.

Weitere Anträge auf Schadenersatz stammen nach TV-Informationen von Angelvereinen, Bauern und Wasserversorgern.
Stichwort

Rechtsgrundlage für die Regulierung von Schäden, die Streitkräfte Dritten zufügen, ist das Nato-Truppenstatut. Zunächst zahlt Deutschland Entschädigung. Ist der „Entsendestaat“ (hier: die USA) voll verantwortlich, kann Deutschland allerdings 75 Prozent des Geldes zurückfordern. Im vorliegenden Fall bestanden laut Bima „keine Zweifel, dass die PFT-Belastungen aus der Nutzung des Flugplatzes Spangdahlem durch die US-Streitkräfte herrührten, sodass der durch die Verbandsgemeinde belegte Schaden zu erstatten war“. Mos

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