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Nach Terrorverdacht bei Rock am Ring: Polizei stieß durch Zufall auf verdächtige Syrer

(Nürburgring) Nach Recherchen der Rhein-Zeitung in Koblenz ist die rheinland-pfälzische Polizei durch Zufall auf eine mögliche Terrorgefahr beim Festival Rock am Ring gestoßen. Zwei offenbar aus Syrien stammende Männer, die Kontakte zum dschihadistisch-salafistischen Umfeld in Hessen haben sollen, sind am Donnerstagabend bei einer Verkehrskontrolle in Koblenz ins Visier der Ermittler geraten. Dossier zum Thema: Rock am Ring

06.06.2017
Den Polizeibeamten fiel bei der Überprüfung der Personalien auf, dass beide Männer „All-Area“-Bändchen trugen. Das heißt, sie hatten uneingeschränkten Zugang zum kompletten Festivalgelände auf dem Nürburgring.

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Bei den dann folgenden Überprüfungen stellte sich heraus: Ihre Namen passten nicht zu denen, die der Veranstalter den Behörden zum beschäftigten Personal zwecks Sicherheitschecks auflisten musste. Daher konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die beiden Männer möglicherweise Sprengstoff auf dem Festivalgelände oder im Kernbereich der Bühnen deponieren konnten.

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Im Laufe der Ermittlungen stellte sich nach Recherchen der Rhein-Zeitung heraus, dass die Männer von einem kurzfristig zur Aushilfe eingesetzten Frankfurter Subunternehmer an den Ring geschickt worden waren und zur Vorbereitung eines möglichen Attentats keine lange Vorbereitungszeit gehabt hätten. Da am Nürburgring von den Beamten am späten Freitagabend und in der Nacht zum Samstag aber offenbar nichts Verdächtiges gefunden wurde und auch die Durchsuchungen der Wohnungen in Hessen keine konkreten Hinweise ergaben, entspannte sich die Lage am Samstagmorgen.

Allerdings dauern die Ermittlungen gegen die Personen aus dem islamistischem Umfeld an, auch die Auswertung des in den Wohnungen beschlagnahmten Materials. Ein Verwandter des einen Syrers soll in hessischer Haft sitzen und wird offenbar auch der islamistischen Szene zugerechnet, wie die Rhein-Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe berichtet.