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Prozess ohne Staatsanwältin

(Trier) Die nach einer abschätzigen Äußerung in Zusammenhang mit einer Anti-Abschiebungsdemonstration in der Kritik stehende Trierer Staatsanwältin ist am Montag in einem laufenden Prozess von einem Kollegen vertreten worden.

19.06.2017
(sey)  Die Vertretung sei aber schon länger vereinbart gewesen, sagte Staatsanwalt Wolfgang Spies auf Anfrage von volksfreund.de   Die   Staatsanwältin hatte nach einer Demo gegen die Zwangsabschiebung einer in Saarburg lebenden Roma-Familie in einem Internetkommentar die Worte „Intensivtäter“ und „Terroristen“ benutzt. Darauf hagelte es auf der Internetseite wütende Kommentare. Der Koblenzer Generalstaatsanwalt prüft Disziplinarmaßnahmen. Später wurde bekannt, dass die Staatsanwältin auch die Anklage in einem Enkeltrickbetrügerprozess vor dem Trierer Landgericht vertritt. Der Angeklagte ist ebenfalls Roma. Ob die Juristin bei den für nächste Woche geplanten Plädoyers wieder anwesend sein wird, war zunächst unklar. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Armin Hardt an Staatsanwalt Spies, ob er Sitzungsvertreter bleibe, antwortete dieser: „Ich hoffe nicht, ich habe ja keine Ahnung davon.“ Die Verteidiger des Angeklagten sagten, sie wollten kein Ablehnungsgesuch  gegen die Staatsanwältin stellen. Darüber müsste der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen als Dienstvorgesetzter der Frau entscheiden.