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Trierer Nachtumzug ist Überraschungserfolg der Session

(Trier) Spaß ist, was die Trierer draus machen: Weder Dauerregen, noch die kalten Abendtemperaturen oder gar die Fastenzeit haben am Samstagabend die Trierer Jecken vom Feiern abhalten können. Nach Schätzungen der Polizei waren mehr als 25.000 Besucher zum ersten Karnevalsnachtumzug durch die City gekommen.

14.02.2016
Christiane Wolff
Hier ein Narr, und da noch einer: Eine halbe Stunde vor Zugbeginn kann man die Karnevalisten im hinteren Teil der Neustraße, wo der der Karnevalsumzug starten soll, noch an zwei Händen abzählen. Und auch die kurz vor Zugbeginn noch rund 2000 freien Parkplätze in den öffentlichen Parkhäusern und Tiefgaragen der City lassen Schlimmes befürchten. Aber offenbar wollten die Narren nur nicht länger im Regen stehen als nötig. Denn pünktlich um 19.11 Uhr füllen sich die Straßen. Während es in Neu- und Brotstraße trotzdem deutlich weniger Besucher sind als beim sonst üblichen Rosenmontagszug, drängelt sich am Hauptmarkt Reihe um Reihe hinter den Absperrungen. Die Stimmung kocht – schon eine knappe Stunde bevor die 70 Wagen und Fußgruppen überhaupt den Hauptmarkt erreichen. Die Bitburger Band Kamelle Kapelle gibt Alles, um die Tausenden Besucher zum Singen, Tanzen und Schunkeln zu bringen. Lange lassen die sich nicht bitten. Trotz kalten Regens ist die Laune bestens. "Super! Es läuft toll", freut sich Andreas Peters, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval. "Schön, dass doch so viele Leute gekommen sind und Spaß haben, genau dafür machen wir das!" Zug-Schirmherr Thomas Neises hüpft als Weihnachtsmann dem Zug voran – und verteilt Schokoschneemänner und Nikolausmützen. „Der Himmel reißt gleich auf!“, verspricht er lachend. Aber auch das würde einen bei dieser ungewöhnlichen Gesamtkonstellation irgendwie kaum noch wundern. Die Garde der Roten Funken lässt sich von dem vielen Nass von oben und unten nicht von spektakulären Hebefiguren und vom Tanzen abhalten. Prinz Elmar ist zwar auch diesmal wieder ohne seine Prinzessin unterwegs, dafür wirft er aber so viele Kamelle von seinem Prinzenwagen, als hätte es Aschermittwoch nie gegeben. In der Neustraße steht eine Gruppe junger Syrer am Straßenrand. Sie winken und hüpfen und freuen sich, als hätten sie schon immer Karneval gefeiert. Von den anderen 25.000, die nach Polizeiangaben die Straßenränder säumen, unterscheiden sie sich in diesem Moment nur durch ihr „Hallau, Hallau“-Rufe –eine pragmatische Mischung aus Hallo und Hellau. Das Geisterschloss der AG Bukobe wirkt im Dunkeln gleich nochmal so gespenstig und auch viele andere Gruppen haben ihre Kostüme und Wagen für den Nachtumzug nochmal extra aufgepeppt: bei den Glücksbärchen der KG Rote Funken leuchten die Bäuche und auch die als Schlümpfe verkleideten Klappschmieren der KG Trier-Süd haben sich bunte und blinkende Lichterketten umgewickelt. Wie die Stimmung sei? „Schlumpfig natürlich“, erklärt einer der Blaunasen auf TV-Nachfrage. Auch die Kostüme der Trierer Schlafmützen von den Irscher Burgnarren passen so gut in den Nachtumzug, als hätte die Fußgruppe vorher geahnt, dass dieser statt am Montagnachmittag am Samstagabend durch die City ziehen werde. Die Vögel des Biewener Pfauenzaubers mussten zwar ob des Dauerregens zwar offenbar im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich Federn lassen – ihre Kostüme zählen aber mit zu den schönsten des Umzugs. „Es ist sensationell, dass bei diesem Wetter alle mitmachen und dabei sind – einfach sensationell“, freut sich der Trierer Dirk Schneider über den Überraschungserfolg der diesjährigen Session.

Der Umzug im Liveticker

Zwischenbilanz um 22 Uhr: Wenige Straftaten, kaum Alkoholnotfälle beim Trierer Nachtumzug
 

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