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Auf dem Weg in ein neues Abenteuer

Pluwiger Lehrer Krämer hat am Samstag seinen großen Tag: Im Dom wird er zum Diakon geweiht

(Trier/Pluwig) Lehrer Peter Krämer wird am Samstag zum Diakon geweiht. Vier Jahre lang hat sich der Pluwiger per Fernstudium auf seinen neuen Beruf vorbereitet. Lehrer am Trierer Angela-Merici-Gymnasium bleibt er trotzdem.

11.05.2016
Trier/Pluwig. Blaue Jeans, Strickpullover mit Stehkragen, braune Umhänge-Ledertasche, Vollbart, auf der Nase eine schwarze Brille. Peter Krämer (49) aus Pluwig ist Lehrer. Und das aus Leidenschaft. Mathe und Deutsch unterrichtet er am Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasium in Trier. "Das macht mir sehr viel Spaß." Und bei den Schülerinnen der Mädchenschule scheint dies anzukommen. "Hallo, Herr Krämer", kommt ihm der freundliche Gruß einer Schülerin entgegen, als er über das Schulgelände schlendert. "Hallo!", ruft eine Schülerinnen-Gruppe fröhlich und winkt. Neben dem Lehrerdasein wird Krämer bald noch einer weiteren Berufung nachgehen: Am Samstag, 14. Mai wird er im Trierer Dom zum Diakon geweiht.
Dann wird er in der Großpfarrei Heilige-Edith-Stein seinen Dienst leisten - als "Diakon mit Zivilberuf". Rund vier bis sechs Stunden die Woche bringt er für das Amt ein. Krämer wird taufen, trauen, beerdigen, und bei Gottesdiensten mit am Altar stehen. "Der Beruf des Diakons ist viel mehr als Assistenz für den Priester", erklärt Krämer. Er stehe im Gottesdienst auch für die, die nicht in der Kirche sind - sei es weil sie nicht mehr können, oder wollen. Diakon, das bedeute "Diener, Helfer". Und als solcher verstehe er sich. Als "Diener am Menschen". Und so will er auch in die Pfarrei Heilige-Edith-Stein viele neue Ideen einbringen, im Dialog mit dem Team. "Ich will sehen, was anliegt, und wo ich konkret helfen kann."
Die Berufung zu dem Amt sei "schleichend" gewesen, sagt Krämer. Als Kind sei er zwar "katholisch aufgewachsen", in Studienzeiten sei die enge kirchliche Bindung aber "auch mal weg" gewesen. Erst mit der Familiengründung kam wieder die Nähe, durch das "alltägliche Glaubensleben". Taufe, Kommunionvorbereitung, Firmung, Gottesdienstbesuche mit den vier Kindern. Das prägte ihn. "Dabei wurde die Stimme lauter", sagt Krämer, und meint die innere Stimme, die ihn langsam drängte, sich noch mehr im kirchlichen Leben einzubringen. Nach und nach übernahm er Dienste in der Gemeindearbeit in Pluwig: als Gemeindehelfer, in der Jugendarbeit, als Kommunionhelfer. "Und dann war die Idee da", sagt Krämer: Diakon werden. Er führte tiefgründige Gespräche mit Vertretern des Bistums und seiner Familie. "Ich war mit meiner Frau immer im Dialog", sagt Krämer. Und sie habe die intensive Zeit der Vorbereitung unterstützt und mitgetragen - rund vier Jahre Studium der Theologie im Fernkurs sowie eine geistige und spirituelle Ausbildung im Bistum. Nun steht der Moment der Weihe bevor. "Ich bin schon aufgeregt", gibt Krämer zu. Viel Neues käme auf ihn zu. "Es wird ein Abenteuer." Eines, auf das er sich freue.
"Wenn Gott uns in Christus dient, dann dürfen wir auch anderen dienen", erklärt Krämer seine Berufung. Als Dienst sieht er auch seinen Lehrerberuf. Es sei "Dienst am Schüler" ihnen Bildung und Werte zu vermitteln. Einige seiner Schülerinnen werden auch zur Diakonenweihe kommen. Familienmensch, Lehrer, und bald Diakon. Ein Schritt, den er "voller Zuversicht und Gottvertrauen" gehe, sagt er. "Es fühlt sich einfach richtig an." red

Weitere Informationen: Ernst Schneck, Bistum Trier, Telefon 0651/7105-130, E-Mail: ernst.schneck@bgv-trier.de und www.diakonat.bistum-trier.de

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