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Denkmal ist nicht zu retten

(Trier) 60 Bäume stehen auf der aktuellen Fällliste des Trierer Grünflächenamts. Die Begründungen reichen von Vandalismusschäden über mangelnde Standsicherheit bis zur Enddiagnose "abgestorben". Betroffen ist auch eine uralte Eiche, die bisher unter Naturschutz stand.
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Trier. Am Südbad, im Nells Park, am Mattheiser Weiher und an vielen anderen Standorten fallen zurzeit Bäume. "Die Baumfällungen erfolgen regelmäßig in der Zeit zwischen Dezember und Februar und beruhen auf dem Ergebnis der Baumkontrolle 2012", meldet Hans-Günther Lanfer vom Presseamt der Stadt Trier. Das Grünflächenamt hat die aktuelle Baumfällliste im Internet auf der Seite www.trier.de veröffentlicht. Dort werden alle Standorte und die Ursachen für die Fällung aufgezählt.

Stamm- und Stockfäule


Von der Ulme am Eselsweg bis zur Pappel in Pfalzel lautet der am häufigsten auftauchende Grund: "Der Baum ist abgestorben." Bruchgefahr und mangelnde Standsicherheit wegen Stamm- oder Stockfäule sind ebenfalls oft genannte Ursachen für das Absägen der Bäume.
Ende November hatte eine umstürzende Kastanie eine Fußgängerin in der Wilhelm-Rautenstrauch-Straße mitten in Trier erschlagen (der TV berichtete). "Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft liegen uns noch nicht vor", meldet das Presseamt.
Um einen speziellen Fall geht es auf dem Trierer Kockelsberg. Dort stehen 15 Eichen, die offiziell als Naturdenkmal ausgewiesen sind. Eine davon - in der Nähe des Hotels Kockelsberg - muss demnächst stark beschnitten werden. Sie gehört zum Wald der Vereinigten Hospitien Trier, der dem Forstrevier Trier-Euren zugeordnet ist.
Revierleiter Joachim Haupert: "Ursprünglich gehörten 18 Eichen zum Naturdenkmal. Drei davon mussten aus unterschiedlichen Gründen gefällt werden."
Ein ähnliches Schicksal steht auch dem aktuell mit einem Band abgesperrten Baum bevor. Grund laut Gutachten: Der Stamm weist starke Schäden durch Braunfäule auf und ist nicht mehr standsicher. Bereits vor fünf Jahren wurde die Krone stark eingekürzt, um den Baum zu stabilisieren. Der Zustand der Eiche hat sich nach Angaben der unteren Naturschutzbehörde im Rathaus jedoch weiter verschlechtert.

Der Steiger kommt


Die Behörde erteilte die nötige Befreiung von der Naturschutzauflage, so dass Mitarbeiter des Forstreviers zur Tat schreiten können. Die Aktion gestaltet sich allerdings aufwendiger als zunächst gedacht. So wird unter anderem ein Steiger eingesetzt, eine Art Kran mit Standkorb.
"Wir können den Baum nicht einfach ganz unten abschneiden", erklärt Haupert. "Wenn darin Fledermäuse oder eine Eule leben, lassen wir einige Meter stehen. Dann können die Tiere den hohlen Baumstumpf als Sommerquartier nutzen."
Ohnehin war geplant, die gefällte Eiche vor Ort liegen und verrotten zu lassen. Dadurch erfüllt sie weiterhin eine ökologische Funktion.
Ein konkreter Termin für den Einsatz auf dem Kockelsberg steht noch nicht fest.

 


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