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Gedenkstele bei Synagoge beschädigt

Polizei ermittelt gegen Unbekannt - Reparatur im Bauhof in Arbeit

(Trier) Unbekannte haben die Gedenk stele am Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge umgeworfen. Bürgermeisterin Angelika Birk befürchtet einen antisemitischen Hintergrund.

10.10.2011
Trier. Offenbar mit brachialer Gewalt ist die Gedenkstele an der Ecke Am Zuckerberg/Metzelstraße umgeworfen worden. Die metallene Stele wurde dabei teilweise aus der Verankerung des darunter befindlichen Betonsockels gelöst.
Weil der Betonsockel sehr schwer ist und es deswegen viel Kraft benötigt, um die Stele herauszureißen, ist es laut Polizei nicht auszuschließen, dass mehrere Personen an der Tat beteiligt waren.
Anwohner hatten der Polizei am Sonntag mitgeteilt, dass die Stele umgestoßen wurde. Nach bisherigem Ermittlungsstand dürfte die Tat in der Nacht zum Sonntag zwischen 23 Uhr und 4 Uhr begangen worden sein.
Die Gedenksäule wurde 1985 zur Erinnerung und zum Gedenken an die Geschehnisse der Pogromnacht 1938 von der Stadt an der Stelle aufgestellt, an der die ehemalige jüdische Synagoge bis zu ihrer Zerstörung gestanden hat. Jährlich am 9. November ist an ihrem Standort eine offizielle Gedenkfeier der Stadt Trier gemeinsam mit der jüdischen Kultusgemeinde.

Feste Verankerung geplant


Um die Stele zu reparieren, haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung diese gestern Morgen zum städtischen Bauhof transportiert. Die Gedenksäule soll so schnell wie möglich und mit einer festeren Verankerung wieder aufgestellt werden.
Bürgermeisterin Angelika Birk, die derzeit Oberbürgermeister Klaus Jensen vertritt, ist tief betroffen. "Unsere Sorge ist, dass die Sachbeschädigung einen antisemitischen Hintergrund haben könnte", erklärte Birk.
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen angekündigt, eine Belohnung für die Aufklärung der Straftat auszusetzen. woc

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