region/trier

Hunderte Zebrastreifen in der Region sind nicht mehr verkehrssicher

(Trier) Zebrastreifen sollen das Überqueren von Straßen sicherer machen. Vor allem alte und schlecht beleuchtete Fußgängerüberwege erfüllen kaum diesen Zweck. Da deren Bestandsschutz nun endet, müssen Tausende Zebrastreifen im Land überprüft werden.

15.02.2016
Rainer Neubert
Vor allem die größeren Städte wie Trier trifft eine Novelle der Straßenverkehrsordnung hart. Die strengeren Richtlinien für Fußgängerüberwege gelten zwar bereits seit 2013. Alte Überwege hatten aber Bestandsschutz. Weil der nun ausläuft, sind schlecht beleuchtete Zebrastreifen grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Allein in Trier hat nach Aussage von Tiefbauamtsleiter Wolfgang von Bellen die Überprüfung von 400 Fußgängerüberwegen begonnen. Die Stadt geht davon aus, dass mehr als 200 von ihnen nicht mehr den aktuellen Vorgaben entsprechen. „Es gibt letztlich nur zwei Alternativen: Entweder bleibt der Fußgängerüberweg erhalten und muss nachgerüstet werden, oder man entscheidet sich dafür, den Überweg aufzuheben, sofern die Verkehrssicherheit das zulässt.“ 

20.000 bis 25.000 Euro kostet nach Schätzungen der Trierer Verwaltung eine Nachrüstung. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM), der für 750 Fußgängerüberwege auf Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen zuständig ist, geht von deutlich geringeren Kosten aus: 5000 Euro (Nachrüstung) bis 20.000 Euro (komplette Erneuerung) nennt LBM-Sprecherin Verena Blümling. „Die Überprüfung, Wartung und Kontrolle der Fußgängerüberwege ist eine Daueraufgabe, gehört für uns also zum Tagesgeschäft.“ Der LBM Trier habe dabei an zwölf seiner 40 Anlagen in den Kreisen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich Defizite festgestellt. Deren Beseitigung sei bereits erfolgt oder geplant. 

In den Städten der Region sind die Verwaltungen für das Thema sensibilisiert. So sollen zum Beispiel in Bitburg fünf der insgesamt 19 Fußgängerüberwege noch einmal genauer überprüft werden. Das gilt auch für die 16 Querungshilfen in Daun und die in Wittlich. Zumindest in Bitburg wird dabei – wie in Trier – auch untersucht, ob der eine oder andere Überweg wegfallen kann. Denn das bedeute nicht zwangsläufig mehr Gefahr. 

„Ein schlecht oder gar nicht beleuchteter Zebrastreifen gaukelt Fußgängern insbesondere bei Dunkelheit eine scheinbare Sicherheit vor“, sagt Wolfgang von Bellen. „Oft sind eine Verkehrsinsel in der Mitte der Fahrbahn oder Fahrbahnverengungen zugunsten der Fußgänger die bessere Alternative.“ Das wird auch in der Stadt Konz so gesehen. Zwei von fünf Zebrastreifen sollen dort durch Überquerungshilfen ersetzt werden. 

Empfehlungen

Kommentare