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Neues Wappen, neue Aufgaben, neuer Chef

Bundeswehr-Dienststelle in Kürenz: Millioneninvestition in Klimahalle und Panzer-Prüfstand

(Trier) Zwischen 50 und 60 Millionen Euro will das Verteidigungsministerium in die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) der Bundeswehr auf dem Trierer Grüneberg investieren. Neuer WTD-Leiter ist seit gestern Wolfgang Wolf.

26.02.2013
Christiane Wolff
Trier. Seit mehr als 50 Jahren werden auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 41 der Bundeswehr auf dem Kürenzer Grüneberg Panzer und andere Militärfahrzeuge getestet. Auf Buckelstrecken und Prüfständen werden die Fahrzeuge durchgeschüttelt, Klimaanlagen von Panzern und LKW auf ihre Wüstentauglichkeit überprüft, und Reifen stundenlange Fahrten über Schotterpisten mit spitzen Steinen zugemutet.
"Wir haben dabei immer die Sicherheit für Leib und Leben unserer Soldaten im Einsatz vor Auge", sagte Wolfgang Wolf bei seiner Antrittsrede als neuer Leiter der WTD 41 am Dienstag. Der 59-jährige Ingenieur arbeitet seit 1979 für die Bundeswehr, Mitte der 1980er Jahre als Programmleiter bei der Entwicklung einer deutsch-französisch-kanadischen Aufklärungsdrohne, zuletzt als Referatsleiter im Verteidigungsministerium in Bonn.

Wüstenklima auf dem Grüneberg


Im Zuge der Umstrukturierung der Bundeswehr hat es auch für die WTD 41 Veränderungen gegeben: Die WTD 51 in Koblenz, zuständig unter anderem für das Testen von Amphibienfahrzeugen, ist zum 1. Januar aufgelöst worden. Ihre Aufgaben und auch die Koblenzer Mitarbeiter hat die Trierer WTD übernommen. Erhalten geblieben ist in Koblenz lediglich eine Teststrecke, der sogenannte Außenplatz, der von Trier aus betreut wird.
"Kernstück der Neuausrichtung der Bundeswehr ist die Abschaffung von Doppelstrukturen", erläuterte Generalmajor Klaus Veit, Vizepräsident des neuen Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, die Fusion.
Dass die Bundeswehr ihre Fahrzeugtests auf Trier konzentriert, bedeutet nicht nur, dass nach einem starken Stellenabbau seit den 1980er Jahren dort wieder neue Stellen geschaffen werden (siehe Extra). Um Fahrzeuge besser und schneller testen zu können, soll für etwa zehn Millionen Euro eine neue Halle gebaut werden, in der die klimatischen Bedingungen in den Einsatzländern der Bundeswehr simuliert werden können.
"Wir werden in der Halle Temperaturen von plus 71 Grad Celsius bis minus 51 Grad erzeugen können und eine Luftfeuchte von zehn bis 100 Prozent", erklärte der neue Dienststellenleiter Wolf. Weitere 15 Millionen Euro sollen in den Bau eines neuen Prüfstands investiert werden, auf dem Fahrzeuge bis zu 40 Tonnen Gewicht nach wissenschaftlichen Standards getestet werden können.
Außerdem sollen in den nächsten Jahren Werkstätten, Betriebs- und Bürogebäude der WTD 41 umfassend saniert werden. Insgesamt hat Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière dafür 50 bis 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt (der TV berichtete) Anders allerdings als zunächst geplant, kann mit dem Bau von Klimahalle und Prüfstand allerdings nicht bereits in diesem Jahr begonnen werden. "Aber ich denke, dass 2014 die Gelder fließen werden", sagte Wolfgang Wolf bei seiner feierlichen Amtseinführung.
Extra
Neuer Name: Bislang trug die Wehrtechnische Dienststelle 41 in Trier den Beinamen "für Kraftfahrzeuge und Panzer". Weil die WTD 41 im Zuge der Fusion mit der Koblenzer WTD 51 neue Aufgaben übernommen hat, wurde auch der Beiname erweitert. Die Dienststelle heißt jetzt "WTD 41 für landgebundene Fahrzeugsysteme, Pionier- und Truppengerät". Das Wappen, das bislang nur einen Panzer zeigte, wurde erweitert um eine Brücke, die das Überqueren von Wasser symbolisieren soll und damit den neuen Aufgabenbereich der Trie rer WTD, nämlich das Testen von Amphibienfahrzeugen. Neue Stellen: Arbeiteten Anfang der 1980er Jahre rund 800 zivile Angestellte - Ingenieure, Techniker, Testfahrer - auf der WTD 41 in Trier, schrumpfte die Stellenzahl bis Ende 2012 auf 350 Beschäftigte. Durch die Fusion mit der Koblenzer Dienststelle hat die Trierer WTD seit Januar rund 470 Mitarbeiter, darunter erstmals 14 Soldaten. Bis Ende 2017 soll der Stellenplan allerdings auf 430 Mitarbeiter gekürzt werden. woc