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08.01.2016
Michael Schmitz

Trierer Prinz verspricht: Es wird ein paar Überraschungen geben

(Trier) 186 Auftritte in vier Wochen – über einen Mangel an Beschäftigung werden sich Semra und Elmar Güth in nächster Zeit kaum beklagen. Am Samstag werden sie bei der ATK-Gala zum Trierer Prinzenpaar gekürt. Der Auftritt verspricht einiges an Spannung - unter anderem wegen des königlichen Ornats.

Wie das neue Ornat des Trierer Prinzenpaars aussehen wird, das hat schon im Vorfeld bei den Karnevalisten in Trier für Diskussionen gesorgt, wie Semra und Elmar Güth im TV-Interview mit Michael Schmitz berichten. Gelüftet wird das gut gehütete Geheimnis bei der Gala der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karnevals (ATK) am Samstagabend in der Europahalle.

Frau und Herr Güth, am Samstag geht’s los, große Gala mit Ernennung des Prinzenpaars. Von 1 wie ganz locker bis 10 wie „mir schlottern die Knie“ – wie hoch ist Ihr Nervositätslevel?
Semra Güth: Meins ist höher als das Elmars. So 7 bis 8.
Elmar Güth: Null. Ich bin tiefenentspannt.

Oh – haben Sie sich das antrainiert?
Elmar Güth: Ich habe 22 Jahre Erfahrung im Betrieb, da regt man sich so schnell nicht mehr auf. Und dann hatten wir tatsächlich noch Training mit dem Schauspieler Klaus-Michael Nix. Der hat mit uns im Stadttheater Übungen gemacht, wie man spricht, wie man atmet, wie man sich auf der Bühne bewegt und von der Last der Nervosität befreit. Das war hochspannend.

Damit sind wir beim Thema Vorbereitung. Sie wissen ja nun schon einige Zeit, dass Sie Prinzenpaar werden. Wie bereitet man sich auf so eine Aufgabe denn vor?
Elmar Güth: Dazu gehörte vor allem, sich einen Hofstaat zu bilden. Das sind jetzt viele nette Leute, die von der Chemie her zusammenpassen, die ein Team bilden und Freunde werden. Daraus ist eine Gemeinschaft geworden, und wir werden alle zusammen Erfolg haben.

Bei der Gala der ATK steht auch Günther Jauch auf der Bühne: Steigert das die Nervosität noch einmal?
Semra Güth: Es ist schön, dass er dabei ist, und dass es ein so b ekannter Promi ist.
Elmar Güth: Wir freuen uns einfach darauf, Günther Jauch kennenzulernen. 

Prinzenpaar werden ja meist richtig eingefleischte Jecken. Welche karnevalistische Vorbildung haben Sie beide genossen?
Semra Güth: Seitdem ich in Trier bin, bin ich Mitglied bei der KG Rote Funken. Das ist meine karnevalistische Vorgeschichte – ansonsten ist das noch nicht so viel (lacht).
Elmar Güth: Null Vorbildung. Aber das ist doch gut so. Kalte Wasser sind tief und tun gut.

Sind die Roten Funken denn mächtig stolz auf das Prinzenpaar?
Elmar Güth: Die Roten Funken sind unsere Freunde, würde ich sagen. Das ist ein Team, das uns richtig hilft. Die organisieren mit, die bringen Ideen ein und die gehen auch mit uns, egal wie steinig und holprig es wird.

Die meisten Prinzenpaare haben ja so eine Art Motto oder Leitmotiv, bei Ihnen ist das königlicher Karneval. Was steckt dahinter?
Elmar Güth: Das ist das Motto der KG Rote Funken für die Session. Die haben sich gesagt, wenn wir das Prinzenpaar stellen, dann ist das für uns ein königlicher Karneval. 

Man hört aus Karnevalistenkreisen, sie wollten ein etwas moderneres Prinzenpaar sein. Stimmt das? Und was dürfen wir uns darunter vorstellen?
(beide schmunzeln) Elmar Güth: Wir sind nicht modern, wir sind vielleicht etwas anders. Tradition hin oder her, die Leute wollen doch auch mal was Neues sehen. 

Man darf also auf ein paar Überraschungen gespannt sein?
Elmar Güth: Selbstverständlich.

Dazu gehört dann auch das Outfit, das diesmal eben nicht das traditionelle ist, wie man hört…
Elmar Güth: Naja, was gemacht werden muss, gehört dazu. Also ist – der Pit muss in Trier sein - der Stadtpatron
Petrus deutlich darauf zu sehen, und die Farben sind natürlich auch abgestimmt. Und die Prinzenkappe mit Federn gehört natürlich auch dazu.
Semra Güth: Aber das Ornat ist ganz neu. Eine Modedesignerin hat es entworfen und genäht. Sie hat mit dem Karneval eigentlich nichts zu tun. Deshalb sind es andere Stoffe und es sieht anders aus als sonst. Es hat ja auch schon für etwas Wirbel gesorgt.

Der Entwurf kam nicht bei allen ATK-Mitgliedern gut an?
Semra Güth: Jeder Verein der ATK musste zustimmen, und das war am Anfang nicht ganz leicht. Aber nach etwas gutem Zureden und Überzeugen hat es funktioniert. 

Damit ist ja für Spannung vor dem Auftritt am Samstag gesorgt. Noch mal zur Session: Sie stehen beide voll im Berufsleben und das mit ziemlich viel Verantwortung. Als Inhaber der Sanitärfirma Walter Langen KG und als Besitzerin eines Ladens in der Neustraße (Home by Asa): Können Sie sich eigentlich einfach mal vier bis sechs Wochen ausklinken?
Semra Güth: Ganz ausklinken werden wir uns mit Sicherheit nicht. Wir werden noch oft genug im Unternehmen sein. Gewisse Dinge muss man halt selbst machen. Wir haben aber in beiden Firmen einfach gute Leute, auf die wir uns verlassen können. Die stehen auch alle hinter uns.
Elmar Güth: Einen der ersten Termine, den wir festgemacht haben, ist das Helferfest. Weil wir einfach so viele Leute haben, die uns unterstützen. 

Unter uns Männern, Herr Güth: Zu Hause haben wir ja in der Regel wenig zu sagen. Haben Sie die Hoffnung, dass sich das als Trierer Prinz irgendwie ändert?
Elmar Güth: Na klar, das ist doch das Schöne daran, deswegen mach ich es ja. Der Prinz hat schließlich das Sagen (lacht). 

Frau Güth, so ein Prinz darf ja eine Menge Mädchen küssen. Werden Sie da nicht neidisch?
Semra Güth: (lacht) Nein, er weiß ja, wo er hingehört. 

Frau Güth, sie haben einen 14-jährigen Sohn: In dem Alter findet man ja längst nicht alles cool, was die Eltern so treiben. Wie findet der denn, dass seine Mutter jetzt wochenlang in einem Prinzessinnenkostüm zu sehen ist?
Semra Güth: (lacht) Peinlich findet er das. Wir haben auch noch einen Termin in der Kurfürst-Balduin-Realschule, die er besucht. Es ist ja eine Schwerpunktschule, und ich finde, die Lehrer dort machen einen wirklich tollen, engagierten Job – deswegen war mir der Besuch wichtig. Jonathan ist das so peinlich, der hat direkt gesagt: An dem Tag bin ich krank. (lacht)

Wenn die Session rum ist: Was sollen die Trierer Karnevalisten dann über das Prinzenpaar 2016 rückblickend sagen?
Elmar Güth: Sie sollen sich daran erinnern, wie aus einer Mischung von Menschen, die sich vorher nicht gekannt haben, so ein Team entstehen kann, das so etwas auf die Beine stellt. 
Semra Güth: Wir sind ja seit eineinhalb Jahren in der Vorbereitung und haben jetzt schon gelernt: Karneval ist für viele eine todernste Sache. Wir wollen trotzdem unseren Spaß haben und hoffen, dass die Leute hinterher sagen: Das war doch eine tolle Zeit mit denen! 
Prinz und Prinzessin
Elmar Güth, Jahrgang 1962, ist ein echter Trierer Jung, der im Stadtteil Mariahof aufgewachsen ist. Vom Gas-Wasser-Installateur bei der Firma Langen KG in Trier arbeitete er sich bis zum Inhaber hoch.

Seine Frau Semra, Jahrgang 1982, stammt aus Traben-Trarbach. Seit acht Jahren lebt sie mit ihrem heute 14-jährigen Sohn in Trier. Beide sind Mitglieder der KG Rote Funken, die ihre Kappensitzungen (am 30. und 31. Januar sowie am 6. Februar) in der BBS-Aula veranstaltet. 


 

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