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Wagnis eingegangen, Premiere gelungen

Katz-Theater nach fünf Jahren wieder auf der Bühne - Vier weitere Aufführungen von "Picknick im Felde"

(Trier) Der Donner hallt bis in den kleinen Saal der Tufa, stimmt in die Gewehrsalven und Bombendetonationen vom Band ein und untermauert die Atmosphäre, die Unwohlsein bereitet. Verantwortlich dafür ist das Antikriegsstück "Picknick im Felde" des spanischen Autors Fernando Arrabal, mit dem sich das Katz-Theater auf der Bühne der Tuchfabrik nach fünf Jahren Pause zurückmeldet.

10.06.2013
Cordula Fischer
Leichte Kost ist nicht, was er will: Regisseur Gerd Freyberg will Stücke mit Substanz auf die Bühne bringen. Der 70-Jährige lehnt es ab, Werke nach Art des "Millowitsch-Theaters" zu inszenieren. Camus, Sartre - das Katz-Theater hat mit seiner Stückauswahl noch nie Kompromisse gemacht. Allerdings musste es eine Zwangspause einlegen, weil das Ensemble zerfiel.

Nach fünf Jahren zurück

Nun, nach fünf Jahren Bühnenabstinenz, ist wieder eine Gruppe angetreten, für die sich mit dem Antikriegsstück "Picknick im Felde" von Fernando Arrabal der Vorhang in der Tuchfabrik hebt. "Das war ein großes Wagnis", bekennt Regisseur Freyberg, "absurdes Theater zu inszenieren." Ein Wagnis, das ihn und das Ensemble auf die harte Probe stellte. "Die Arbeit ist mir sehr an die Nerven gegangen", sagt der Katz-Theater-Chef. Groß sei bei absurdem Theater die Gefahr, in Klamauk abzugleiten. Außerdem hätten die Schauspieler versucht, die Rollen und Eigenheiten der Personen, die sie verkörpern sollten, zu entwickeln. Allerdings sei das nicht möglich, es gäbe nur Bilder, in denen die Charaktere permanente Veränderungen vollziehen. Aber das Ziel war klar: "Wir wollten uns nicht blamieren, so richtig stimmte alles aber erst in der Woche vor der Premiere, bei der es dann noch einmal eine tolle Steigerung gab", sagt Freyberg befreit.

Leichte Kost - nicht mit dem Katz-Theater und nicht für die Zuschauer. Denen sollte mit absurden Situationen - dem Picknick vom Elternpaar (Martin Stadie, Sara Schilasky) neben dem Schützengraben, ihrem Sohn, dem Soldaten Zapo (Anja Saupe), der aus Langeweile strickt, einem anderen (Zepo: Benedikt Schekatz), der Papierblumen bastelt, einem rosa Regenschirm gegen den Bombenhagel - die Sinnlosigkeit und Sinnleere des Krieges vor Augen geführt werden.

Der Tod als Ende des Stücks

Und dabei ist die Lösung so einfach, die Herr Tepan vorschlägt: Jeder der Soldaten soll seinen Kameraden mitteilen, dass der Feind gar keinen Krieg wolle - und alle gehen nach Hause. So einfach, so irreal: Am Ende sterben alle, die Schüsse verhallen. Im kommenden Jahr würde Freyberg mit dem Katz-Theater Bühnenjubiläum feiern: 25 Jahre. Es wäre sein Wunsch "zu sagen, jetzt machen wir es noch mal". Allerdings sei das Ensemble ständig im Wandel begriffen. Aber für die kommenden vier Aufführungen (14. und 15. Juni, 5. und 6. Juli) stehen die Mitglieder gemeinsam auf der Bühne.