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30.01.2013
Cenk Cigdem

Zieh dich um im Kokolores

(Trier) Party machen und mehr Nachhaltigkeit im Alltag: Dass das zusammenpasst, haben rund 100 junge Leute im "Change Club" im "Kokolores" am Domfreihof bewiesen. "Change" steht nicht nur für Wechsel und Veränderung, sondern bedeutet auch Umziehen: Mit dem Tausch abgelegter Kleidung sorgten die Teilnehmer ganz konkret für mehr Nachhaltigkeit.

Trier. Bio-Nahrung, grüner Strom, faire Kleidung und transparente Banken - beim "Change Club" im Kulturcafé Kokolores am Domfreihof haben mehr als 100 junge Leute die Gelegenheit genutzt, in Partyatmosphäre Angebote für mehr Nachhaltigkeit im Alltag kennenzulernen. Statt auf langatmige Vorträge setzte Veranstalterin Svenja Wilhelm auf sich entwickelnde Gespräche unter den Besuchern.
Die Idee zum "Change Club" kam der Psychologiestudentin, weil in ihrem Umfeld viele Leute nachhaltig leben wollen, oft aber an der Umsetzung scheitern, wie sie erzählt. Sie meldete ihre Idee bei "Deine Ideen bewegen die Zukunft" (DIBZ) an - eine Organisation, die nachhaltige Innovationen fördert, die von jungen Menschen ausgehen (sieh Extra).

"Yes I change"


Am Eingang des "Kokolores" verteilt DIBZ-Mitinitiator Pascal Rickert sogenannte Change-Bags mit der Aufschrift: "Yes I change", übersetzt "Ja, ich wechsle". Darin enthalten sind Leitfäden und Informationen. "Es handelt sich um positive Impulse für Gespräche heute Abend ohne erhobenen Zeigefinger", erklärt Rickert. Höhepunkt der Veranstaltung ist ein Kleidertausch: Die Teilnehmer legen "möglichst viele alte Schrankwärmer und Mottenfänger", wie Rickert sagt, auf einen Tisch. Besucherin Paula spendet ein grün-weißes Top, eine karierte Bluse und ein blau-weiß-geblümtes Top - und hofft, dafür "etwas besseres" zu erhalten. Für sie spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: Sie ist Vegetarierin und nutzt Öko-Strom. "Mich freut, dass das Thema auf dieser Party so subtil gehalten ist. Es macht mehr Spaß, wenn man das nicht auf ernstem Niveau bespricht."
Als der Tisch unter dem hiesigen Klamottenberg verschwunden ist, gibt Veranstalterin Svenja Wilhelm den Startschuss zum Wühlen. Paula und ihre Freundin versinken kurz im Getümmel - und schlüpfen mit Beute wieder heraus: ein roter Schal und eine beige Bluse für Paula, drei Oberteile für ihre Freundin. "Wenn es coole Sachen gibt, können die das öfter machen", scherzen sie. Übrig gebliebene Kleidung wird am Ende an die Flüchtlingshilfe Trier Nord gespendet.
Extra
Urban Gardening, generationsübergeifende WG oder fahrradfreundliches Trier: Das sind nur drei der vielen Projekte, die man auf der Internet-Seite der Initiative "Deine Ideen bewegen die Zukunft" (DIBZ) findet. DIBZ soll jungen Menschen (16-27 Jahre) aus der Region Trier ein Rahmen anbieten, um eigene Ideen für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu entwickeln und sie als Miniprojekte selbst umzusetzen. Gleichaltrige Ideen-Coaches, die Praxispartner Lokale Agenda 21 und Ehrenamtsagentur Trier unterstützen bei Bedarf die Jugendlichen bei der Projektumsetzung. bc Weitere Informationen im Internet unter www.deine-ideen-bewegen-die-zukunft.de und www.facebook.com/ideen.bewegen.zukunft

 

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