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Die Römerbrücke

Die Römerbrücke, bzw. deren übrige Stützpfeiler, sind der älteste noch erhaltene römische Brückenbau nördlich der Alpen. Dabei zeigte sich der Flussübergang als erstaunlich resistent gegenüber Witterung und wechselnden Anforderungen. Auch heute noch sind die Stützen in der Lage, den Verkehr einer modernen Großstadt zu tragen. Dossier zum Thema: Weltkulturerbe

07.09.2011
Nicolas Vogt
Die Römerbrücke, bzw. deren übrige Stützpfeiler, sind der älteste noch erhaltene römische Brückenbau nördlich der Alpen. Dabei zeigte sich der Flussübergang als erstaunlich resistent gegenüber Witterung und wechselnden Anforderungen. Auch heute noch sind die Stützen dazu in der Lage, den Verkehr einer modernen Großstadt zu tragen. Grund genug, die Römerbrücke in den Bestand des Weltkulturerbes aufzunehmen.

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Historisch gesehen gliedert sich die Bauphase der Brücke in drei Abschnitte. Mit Gründung der Stadt erfolgte 16 v. Chr. der Bau der ersten hölzernen Brücke. Dieser folgte 71 n. Chr. die bereits ein Fundament aus Stein enthielt und der ausschließliche Gebrauch von Holz sich auf die Fahrbahndecke beschränkte. Die dritte, heute noch aktiv genutzte Brücke entstand 144-157 acht Meter weiter flussaufwärts, da die ältere Brücke nicht mehr über die Kapazität verfügte, den zunehmenden Verkehr zu bewältigen. An dem so geschaffenen Moselübergang orientierte sich zukünftig das angelegte Straßenraster.

Die römischen Pfeiler trugen fortan alle nachfolgend darauf errichteten Brücken und bildeten für über 1000 Jahre den einzigen festen Flussübergang zwischen Koblenz und Metz. Im Mittelalter wurde außerdem die Holzfahrbahn durch Stein ersetzt und die beiden Enden der Brücke durch Schutztore ergänzt.

Nachdem französische Truppen die Brücke 1689 gesprengt hatten, ließ Kurfürst Franz Ludwig sie 1718 wieder aufbauen. Noch heute sind fünf der Ursprungspfeiler aus dem 2. Jahrhundert erhalten. Selbst einer Zerstörung durch deutsche oder alliierte Truppen entging die Römerbrücke im Zweiten Weltkrieg, was den Amerikanern im März 1945 die Flussquerung ermöglichte. In den 60er Jahren war wegen einer möglichen Gefährdung der Schifffahrt das Ziehen der römischen Pfähle erforderlich, um das Fundament mit Beton zu unterfüttern. Noch immer ist die Römerbrücke von zentraler Bedeutung für den Verkehrsfluss.