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Auf steiler Bahn hinab ins Moseltal

Der Kreis Trier-Saarburg hat eine neue Attraktion: Ab Sonntag, 6. Juni, lädt am Freizeitsee Triolago in Riol eine riesige Sommerrodelbahn zu rasanten Abfahrten ein. TV-Redakteur Friedhelm Knopp startete zur Testfahrt.

04.06.2010
Riol. (f.k.) "Mosel Bob" hat die Betreibergesellschaft Becker Freizeit GmbH ihre neue, rund 2,5 Millionen Euro teure Anlage getauft. Der Name, der mich an eine rasante Wintersportart erinnert, ist Programm. Bevor ich mich jedoch in den Hang hinabstürze, lasse ich mir von Betriebsleiter Christian Becker die Technik erklären:
 
Insgesamt 60 sogenannte Alpine-Coaster-Schlitten warten im Depot an der Talstation auf ihren Einsatz. Die Fahrzeuge fassen maximal zwei Personen. Auf der breiten Schiene wird der Schlitten entgleisungssicher geführt. Mit zwei Hebeln auf jeder Seite bedient der "Pilot" das Bremssystem, mit dem sich das Tempo individuell regeln lässt oder das Gefährt auf kürzester Strecke gestoppt werden kann.
 
Dann heißt es "bitte Platz nehmen im Schlitten". Mein erster Griff vor dem Start gilt dem Autosicherheitsgurt - ein Muss, wie ich bald feststellen werde: Bei maximaler Bremsleistung werde ich nach vorne geworfen.
 
Eingeklinkt an ein Kabel und begleitet von Vogelgezwitscher geht es zunächst 400 Meter gemächlich bergauf durch den bewaldeten Steilhang. Zeit, die Natur zu genießen oder die auf der nahen Abwärtsbahn vorbeirauschenden Schlitten zu beobachten. Das Bild erzeugt ein gewisses Kribbeln - gleich werde ich auch dort hinuntersausen.
 
An der Bergstation ist es mit der Ruhe vorbei: meine rund 1200 Meter lange, freie Fahrt bergab beginnt. Ob der Schlitten nun das maximale Höchsttempo von 40 Stundenkilometern erreicht, bleibt meinem Wagemut überlassen - Neulinge wie ich greifen eher fester zu den Bremshebeln. Besonders dann, wenn die ersten engen Kurven herangeflogen kommen. Doch schnell steigen das Vertrauen in die Technik und das Gefühl für den Schlitten. Ich lasse es schneller angehen, und der Fahrtwind pfeift mir um die Ohren. Rasant geht es über künstliche "Wellen" und durch die drei engen Kreisel, auf denen der Schlitten kreischt wie eine alte Straßenbahn, während sich das Moseltal unter mir hinwegzudrehen scheint.
 
Nach rund 3,5 Minuten endet die wilde Fahrt am kleinen "Bahnsteig" an der Talstation. Schade - die Bahn müsste noch viel länger sein.Am Sonntag, 6. Juni, 10 bis 19 Uhr, öffnet die Bahn erstmals. Öffnungszeiten im Sommer außerhalb der Ferien: Werktags, 13 bis 19 Uhr, Wochenende und Feiertage: 10 bis 19 Uhr. In den Ferien auch werktags ab 10 Uhr. Kinder zahlen für eine Einzelfahrt 2,50 Euro, Erwachsene (ab 15 Jahren) 3,50 Euro.

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