Ballon-Fiesta mit Flug-Einlage

Obwohl der Flugbetrieb ausgesetzt war, landete während der Mosel Ballon-Fiesta auf dem Föhrener Flugplatz eine Sportmaschine. "Nicht glücklich", nennt der Veranstalter den Zwischenfall; ein normaler Vorgang, urteilt das Luftamt.

Föhren. "Nicht auszudenken, was hätte passieren können", meint Ulrich Hower. Als einer von mehreren hundert Besuchern der Mosel Ballon-Fiesta wurde er am vergangenen Freitag gegen 18.15 Uhr Zeuge, als ein Sportflugzeug die Landebahn des Föhrener Flugplatzes zunächst in geringer Höhe überflog und dann im zweiten Anlauf landete.

Zu dieser Zeit waren annähernd 60 Ballonteams auf dem Rasen links und rechts der Landebahn mit Startvorbereitungen beschäftigt. Vorher war noch durchgesagt worden, der Flugbetrieb sei zwei Stunden gesperrt.

"Was da passierte, lag nicht in unserer Macht. Der Vorfall war nicht glücklich, aber luftrechtlich gesehen nicht zu beanstanden", sagt Werner Wäschenbach, Organisator des Ballonfahrer-Treffens. Mit dem Geschäftsführer des Industrieparks Region Trier (IRT), Reinhard Müller, war er für die Sicherheit bei der Ballon-Fiesta verantwortlich. Für die Veranstaltung habe eine Genehmigung vorgelegen, so Müller. Auflagen bezüglich Sicherheitsabständen und Personal für Sanitätsdienst und Brandschutz seien mehr als erfüllt worden.

Pilot spricht sich mit Flugleiter ab



Die Luftfahrtbehörde auf dem Hahn spricht von einem normalen Vorgang. Die Bahn sei frei gewesen, und der Pilot habe sich nach Rücksprache mit dem an der Landebahn befindlichen Flugleiter zur Landung entschieden. Auch der Überflug sei abgesprochen gewesen.

Samstags kam es nach TV-Informationen erneut zu einer Anfrage eines Piloten, in Föhren landen zu dürfen. Diesmal wurde die Maschine jedoch auf einen Ausweichplatz umgeleitet.

Ende August 2009 soll die 3. Mosel Ballon-Fiesta stattfinden - und zwar erneut auf dem Fluggelände in Föhren. "Es ist der ideale Platz für uns, und die IRT ist der ideale Partner", sagt Werner Wäschenbach.

Meinung

Unnötige Lande-Eskapade

Auch wenn die Landebahn frei war und für die Ballonteams und die Passagiere nach offizieller Lesart keine Gefahr bestanden hat, so bleibt doch ein fader Beigeschmack. Muss bei einer Massenveranstaltung, bei der sich Personen unweit einer Start- und Landebahn bewegen, ein Flugzeug landen? Ein Flugplatz ist keine Straße, und ein Flugzeug kein Auto, das man notfalls noch bremsen kann. Veranstalter und Flugplatzbetreiber haben mit großem Aufwand ihre Auflagen erfüllt und die Sicherheit der Ballonteams und des Publikums gewährleistet. Durch so eine unnötige Lande-Eskapade werden diese Bemühungen konterkariert, und das Image der auch diesmal wieder eindrucksvollen Ballon-Fiesta leidet darunter. a.follmann@volksfreund.de

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