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Die Auto-Evolution: Hochschule Trier entwickelt neues Fahrzeug

(Trier) Das Team "proTRon" will bei der Automesse 2015 ein serientaugliches Fahrzeug präsentieren. Das neue Auto soll "Evolution" heißen. Die Studierenden nehmen seit 2006 nehmen mit selbst entwickelten energieeffizienten Fahrzeugen am Shell Eco Marathon teil.

24.02.2014
Rolf Lorig
Hartmut Zoppke steht die Vorfreude im Gesicht. "Das wird ein toller Moment, wenn wir mit dem neuen Fahrzeug zur Internationalen Automobilausstellung nach Frankfurt fahren." Noch existiert der Wagen erst auf dem Papier. Doch der Professor und Leiter des Instituts für Fahrzeugtechnik an der Hochschule Trier kennt den Zeitplan: "Im kommenden Jahr steht der ,Evolution' auf seinen Rädern."

Name ist Programm


Der Name des neuen Autos kommt nicht von ungefähr: "Künftige Autos werden das Wachstum der Vergangenheit nicht beibehalten können. Immer größer und stärker - das wird schon bald ein Ende haben."
Dass sich auch die Werkstoffe ändern, ist für Zoppke eine Selbstverständlichkeit. "Die Fahrzeuge müssen nicht nur energieeffizient sein, sondern auch aus ökologisch und energetisch sinnvollen Werkstoffen bestehen." Weitere Anforderungen: serientauglich, zulassungsfähig, ausgelegt als batterieelektrisches Nahverkehrsfahrzeug mit Platz für vier Personen. Und: "Das Auto muss bezahlbar und vor allem leicht sein."

Mit einem Autohersteller will man bei der Entwicklung des "Evolution" bewusst nicht kooperieren: "Da stehen rasch Zwänge im Raum. Als Hochschule müssen wir zudem nicht dem Mainstream folgen. Vielmehr können wir Denkanstöße abseits von eingelaufenen Wegen geben."

Da das Projekt "proTRon" fachbereichsübergreifend angelegt ist, haben die Fahrzeugbauer viele Mitstreiter. Sogar eine Kooperation mit der Hochschule Osnabrück ist daraus erwachsen.

Marian Dziubiel, dort Professor für Produktdesign, war früher Hochschulbeauftragter beim Fahrzeugbauer Karmann. In dieser Funktion erfuhr er erstmals vom Projekt "proTRon" und war auf Anhieb davon begeistert. Mit zwei Bachelor-Kandidaten kümmert er sich nun um das Exterieur und das Interieur des neuen Fahrzeugs.
Matthias Scherer, Professor für Elektrotechnik, umschreibt die Aufgabenverteilung so: "Osnabrück macht das Auto schön, wir kümmern uns um die technischen Ziele." Und dazu gehören unter anderem Karosseriestruktur, Antrieb und Fahrwerk.

Aus Kostengründen können die Fahrzeugbauer nicht gleich in die Vollen gehen: "Das wäre mit unserem Budget nicht zu schaffen." Deshalb wird der "Evolution" im ersten Schritt auch noch keinen Radnabenantrieb haben: "Der kommt in den folgenden Entwicklungsstufen", sagt Scherer. Ein Prinzip, das sich schon bei den ersten beiden Fahrzeugen bewährt habe und die deshalb auch jetzt noch permanent weiterentwickelt werden.

Keine Werbung nötig


Bei den Studenten müssen die Professoren mit ihrem Projekt nicht werben: "Das Interesse ist groß, das Team umfasst zwischen 60 und 80 Studierende", sagt Hartmut Zoppke. Allerdings wollten nicht alle mitmachen: "Da fällt eine Menge Mehrarbeit an, die einige durchaus scheuen", hat er beobachtet.
Wer sich aber aktiv einbringe, müsse dies später nicht bereuen: "Unsere Studierenden werden von der Industrie genau beobachtet und brauchen sich in der Regel nicht um einen attraktiven Arbeitsplatz sorgen."

 

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