region/wittlich

Ich will Feuerwehrmann werden!

(Osann-Monzel) Bambiniwehren und Projektgruppen in Kitas geben feuerwehrbegeisterten Kindern einen ersten Einblick in die Arbeit der Brandbekämpfer. In Osann-Monzel gibt es beides. Und ein eigenes Abzeichen haben sie auch.

20.05.2017
Christina Bents
Osann-Monzel Zwölf Experten haben sich im Schulungsraum des Feuerwehrhauses versammelt, um über die Wehr und ihre Kleidung zu sprechen. Die Experten sind zwischen drei und sechs Jahre alt und wissen schon ganz schön viel: zum Beispiel, dass ein doppelter Ankerstich ein spezieller Feuerwehrknoten ist und dass man den braucht, um ein Seil an einer Leiter festzubinden; dass man nicht im Kleid oder Schlafanzug einen Brand löschen kann; und sie können schon sehr gut mit der Feuerwehrpatsche umgehen, um ein Feuer auf einer Wiese auszumachen.
Die Kinder sind seit zwei Jahren in der Projektgruppe Feuerwehr der Kindertagesstätte in Osann-Monzel und gehen einmal pro Monat ins Feuerwehrhaus, um sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Gaby Schiffel, Leiterin der Kita Zwergenvilla, hat das Projekt ins Kindergartenkonzept aufgenommen. Erzieherin Susanne Kraemer und Betreuerin Sabine Christ haben es ins Leben gerufen. Sabine Christ erklärt: "Im Kindergarten gibt es so viele Kinder, die an der Feuerwehr interessiert sind, dass wir uns überlegt haben, das Ganze als Projekt zu machen, so dass die Kinder sich über einen längeren Zeitraum mit dem Thema auseinandersetzen können."
Im Anschluss können sie in die Vorbereitungsgruppe der Jugendfeuerwehr, die Bambinifeuerwehr, eintreten. Die besteht ebenfalls seit zwei Jahren in Osann-Monzel, und die ersten Kinder haben vor Kurzem die Bambiniflamme, ihr erstes Abzeichen abgelegt.
Stephan Christ, Wehrführer in Osann-Monzel, erklärt: "Das ist zwar keine offizielle Auszeichnung, sondern sie wurde in Anlehnung an die Jugendflamme der Jugendfeuerwehr von uns ins Leben gerufen."
Die Sechs- bis Zehnjährigen haben, um sie zu bekommen, einen Streichholzführerschein gemacht, ihren ersten echten Feuerwehrknoten gelernt und mussten brennbare von nichtbrennbaren Stoffen unterscheiden. Außerdem können sie einen Notruf absetzen und wissen, wie sie sich in Notsituationen verhalten sollen.
Ins Projekt des Kindergartens sind ein Feuerwehrvertreter, eine Betreuerin und zwei Erzieher integriert. "Und wir sind sehr froh, dass Leiterin Gaby Schiffels uns unterstützt", sagt Stephan Christ.
Auf Kreisebene gibt es den Fachbereich Bambini seit Anfang des Jahres. Hier können sich Feuerwehren, die Interesse an der Gründung einer Bambinifeuerwehr haben, melden. Ansprechpartnerin ist Sabine Christ. Und die Voraussetzungen dafür sind nicht allzu hoch. Man sollte sich mit Kindern auskennen, die Jugendleiterkarte besitzen, die man auf einer Gruppenleiterschulung an zwei Wochenenden auf Kreisebene ablegen kann, und einen zweitägigen Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule absolviert haben.
Die Osann-Monzeler Kinder, die einmal monatlich in der Projektgruppe oder bei der Bambini-Feuerwehr sind, interessiert das kaum. Für sie ist vor allem eins wichtig: Dass am Ende jeder Stunde das Feuerwehrspiel steht. Dann setzen sich alle ins Feuerwehrauto. Die Tür wird geschlossen, dann kommen alle rausgestürmt, rufen laut Tatütata, laufen im Hof zwei Runden und setzen sich wieder ins Auto. Praxis ist für die Experten schließlich auch wichtig.
Extra: BAMBINI-FEUERWEHREN IM LANDKREIS

VG Bernkastel-Kues: Zeltingen-Rachtig, Wintrich; VG Thalfang: Thalfang; VG Wittlich-Land: Binsfeld (seit 2011) Burg/Salm (seit 2016), Hasborn (2015), Manderscheid (geplant ab 7/2017), Platten (seit 2017), Rivenich (seit 2010 ruht momentan), Osann-Monzel (seit 2015); Die VG Traben-Trabach, die Stadt Wittlich und Morbach haben keine Bambini-Feuerwehren