Amok-Alarm an der Kurfürst-Balduin-Realschule in Wittlich (Update)

Kostenpflichtiger Inhalt: Archiv 19. August 2019 : Amok-Warnung in Wittlich war Fehlalarm

Der Amokalarm an der Kurfürst-Balduin-Realschule in Wittlich hat sich nach ausführlicher Abklärung als Fehlalarm herausgestellt. Das hat die Polizei um 9.15 Uhr mitgeteilt.

Wittlich/Trier (cmo) Keine bangen Minuten, sondern beinahe eine ganze bange Stunde erlebten die Schüler der Kurfürst-Balduin-Realschule in Wittlich am Montagmorgen in der ersten Unterrichtsstunde: Nach Angaben der Kreisverwaltung soll gegen acht Uhr vom Mobiltelefon eines Lehrers ein Amokalarm ausgelöst worden sein. Die Polizei rückte wenige Minuten später mit einem Großaufgebot samt Spezialeinheiten an. Für die Schüler und Lehrer bedeutete der Amokalarm, sich in den Klassenräumen einzusperren und auf Rettung zu warten. Doch die kam erst um kurz nach 9 Uhr und zwar auf folgende Art und Weise: Um 9.16 Uhr konnten die Schüler und ihre Eltern sowie das Kollegium der Schule aufatmen, als die Polizei verkündete: „Der Alarm an der Kurfürst-Balduin-Realschule in Wittlich hat sich nach ausführlicher Abklärung definitiv als Fehlalarm herausgestellt.“

Allerdings war das dann im Landkreis Bernkastel-Wittlich der zweite Amok-Fehlalarm innerhalb von vier Tagen. Denn erst vergangenen Donnerstag hatte es einen Fehlalarm am Nikolaus-von-Kues-Gymnasium in Bernkastel-Kues gegeben (der TV berichtete).

 Die Polizei hatte in Wittlich vorsorglich den Bereich um die Realschule weiträumig abgesperrt. Betroffen war auch eine der Hauptverkehrsstraßen, die Kurfürstenstraße. Schüler und Lehrkräfte haben sich  – wie sie es immer wieder üben – in den Klassenzimmern verbarrikadiert.

Es waren Polizeikräfte aus der gesamten Region im Einsatz, auch das in Wittlich stationierte SEK. Für einen Notfall war der Rettungsdienst mit der SEG (Schnellen Einsatzgruppe) in Bereitstellung.

Bei der Kreisverwaltung als Schulträger hat man sich bereits auf Fehlersuche begeben, sagt Pressesprecher Manuel Follmann. „Wir könne nachvollziehen welches Handy die Alarmierung ausgelöst hat. Auf der Rückseite der Geräte findet sich, ähnlich wie bei Seniorenhandys, ein Notrufknopf.“ Möglicherweise sei dieser versehentlich gedrückt worden, wie es auch bei den Vorkommnissen in Bernkastel-Kues am Donnerstag der Fall gewesen sein soll. „Da konnten wir jedoch den auslösenden Moment nicht klären, ob sich jemand auf das Gerät gesetzt hat oder ähnliches.“

Für den Amok-Alarm in Wittlich sei noch nicht abschließend geklärt, ob der Lehrer bewusst oder versehentlich den Amok-Alarm-Knopf auf seinem Mobiltelefon betätigt habe. Follmann: „Wir hatten vor Jahren als es mehrere Fehlalarme wegen der Geräte gab bereits Schutzhüllen und Tastensperren eingeführt, um Fehlalarme zu vermeiden.“ Dazu müsse der Alarm-Knopf mehrere Sekunden gedrückt gehalten werden, um die Alarmierungskette in gang zu setzen. Nun müsse geklärt werden, warum das Handy den Alarm abgesetzt habe.

Darüber hinaus werde sich Landrat Gregor Eibes am Dienstag mit den verantwortlichen Stellen der Kreisverwaltung und der Polizei zusammensetzen. Follmann: „Wir nehmen die beiden Fehlalarme zum Anlass, nochmal die Funktionsweise des Alarmierungssystems genauer zu betrachten, um Fehlalarmquellen im System auszuschalten.“

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