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In vIelen Orten greifen jetzt alternative Methoden, um das Kleppern trotz Corona möglich zu machen

Kostenpflichtiger Inhalt: Glaube und Brauchtum : Klappern ja, aber von zuhause aus!

Eine gute Idee macht in der Eifel die Runde, damit der Osterbrauch auch in der Corona-Krise stattfinden kann.

Kleppern oder Klappern in der Corona-Krise – das geht doch nicht. Doch das geht, wenn auch auf andere Art und Weise als gewohnt. Viele, die das Brauchtum in der Karwoche pflegen und Kindern und Jugendlichen die Freude daran erhalten wollen, haben sich Gedanken gemacht und nach Alternativen gesucht – und auch gefunden. Über Facebook und WhatsApp haben sich viele Eifeler ausgetauscht. Und eine Idee macht jetzt die Runde, wobei der Urheberschaft nicht mehr zu klären ist. Das ist auch egal, Hauptsache viele machen mit.

Robert Mathey, Ortsbürgermeister von Lissendorf, wurde beispielsweise von engagierten Bürgern angesprochen. „Das ist eine Super-idee, das demonstriert Zusammenhalt und zeigt, es geht trotz allem weiter“, findet Mathey. Der Ortsbürgermeister hat den Lissendorfer Aufruf wie folgt formuliert: „Liebe Klepperkinder, auch wenn dieses Jahr das Kleppern nicht wie gewohnt stattfinden kann, wollen wir diesen Brauch nicht komplett ausfallen lassen. Statt wie üblich durch das Dorf zu laufen, bitten wir Euch, an Karfreitag und Karsamstag, jeweils um 7, 12 und um 18 Uhr zu Hause am Fenster, auf dem Balkon, im Hof oder vor dem Haus zu kleppern und die Sprüche zu rufen.“

Ähnlich hat das auch Werner Becker, Ortsvorsteher von Erdorf formuliert. „Bei uns in Erdorf gehen normalerweise zwischen 30 und 40 Kinder in mehreren Gruppen beim Klappern, wie es bei uns heißt, durch Erdorf“, erzählt Becker. Und weil die Kinder sich schon so gefreut hätten, sei die Idee aufgekommen, zuhause zu klappern.

„Das soll auch ein Ausdruck des Dankes an die Mitmenschen sein, die sich in dieser schwierigen Zeit um unsere Grund- und Krankenversorgung und Sicherheit bemühen“, heißt es in Beckers Aufruf. Geklappert wird an Karfreitag um 7, 12, 15 und 19 Uhr und an Karsamstag um 7, 12 und 19 Uhr. Es soll auch ein Startsignal geben, das über die Eidenbach, das Mitteldorf und bis hin in den Kalk zu hören ist, und danach kann fünf Minuten geklappert werden.

„Mittlerweile ist daraus eine Gemeinschaftsaktion mit Bitburg und allen Stadtteilen geworden“, freut sich Becker. Auch in Holsthum, Oberkail, Büdesheim und Feusdorf soll der Osterbrauch auf diese Weise begangen werden. In Winterspelt und seinen Ortsteilen ist jeder, der zu Hause eine Klapper oder ein anders Instrument zum „Krachmachen“ hat, zum Mitmachen eingeladen zu folgenden Zeiten: Karfreitag: 6.30, 12 und 18.30 Uhr und Karsamstag: 6.30, 12 und 18.30 Uhr. „Lasst uns aus dieser besonderen Notsituation heraus eine unvergessliche Aktion machen. Im Sinne der Brauchtumspflege wäre es schön, wenn sich viele daran beteiligen würden“, schreibt Winterspelts Ortsbürgermeister Edgar Henkes.

Auch in Niederstadtfeld soll zuhause geklappert werden. Außer vor der Kirche werden die sogenannten „Hobsten“ – die ältesten Klapperkinder – im gebotenen Abstand zueinander – klappern. „In diesem Jahr haben wir ohnehin nur zwei Hobsten“. Zu denen dürfen sich aber keine weiteren Kinder hinzugesellen“, betont Niederstadtfelds Ortsbürgermeister Günter Horten. Zu folgenden Zeiten soll in Niederstadtfeld geklappert werden: Karfreitag, 6.30 Uhr „Bäätglock“, 12 Uhr „Metisch“,18.30 Uhr „Bäätglock“ und an Karsamstag, 6.30 Uhr „Bäätglock“, 12 Uhr „Metisch“, 17 Uhr „Honnekraach, honnekraach, mor as Usterdaach!“.

Und viele weitere Gemeinden und Pfarreiengemeinschaften werden es ähnlich halten, denn auch das Bistum Trier hat dazu aufgerufen, unter dem Titel „Jugend im Bistum lädt zum „Home-Klappern“ ein.“ Kinder und Jugendliche können von ihrem Fenster, Balkon oder Garten aus klappern. Junge und Alte können sich beteiligen und so ein Zeichen der Verbundenheit setzen, lädt Benedikt Welter vom Bistum Trier ein zum „Klappern von zuhause aus‘“. Er hofft, dass sich viele der Aktion anschließen und die Kartage hörbar werden lassen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Einsammeln von Dankesgaben an den Haustüren in der jetzigen Situation natürlich nicht stattfinden kann.

Logo Mutmacher PRINT Foto: TV/Schramm, Johannes

„Aber auch das lässt sich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, eventuell verbunden mit einer anderen Aktion, nachholen“, findet Benedikt Welter.