1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Prozess: Pärchen hat Drogen (Heroin, Kokain) über Grenze geschmuggelt

Justiz : Mit Auto voller Drogen in die Grenzkontrolle – Paar muss sich vor Gericht verantworten

Ein Paar aus dem Saarland ist an der deutsch-belgischen Grenze beim Rauschgiftschmuggel erwischt worden und steht nun vor dem Landgericht Trier. Es zeichnet sich bereits ab, dass der Prozess wohl ein schnelles Ende finden wird.

Zur falschen Zeit am falschen Ort befand sich aus „straftäterischer Sicht“ ein Paar aus Neunkirchen/Saar am 6. November 2021. Nach einem Aufenthalt in den Niederlanden wollten die beiden an dem Tag die deutsch-belgische Grenze über die A60 bei Steinebrück überqueren, als dort gerade ein Trupp von der Bundespolizei eine mobile Grenzkontrolle durchführte.

Der Golf der beiden mit NK-Kennzeichen schien den geübten Beamten gleich verdächtig. Als sie den Wagen näher unter die Lupe nehmen wollten, startete die Fahrerin durch, konnte aber nach kurzer Verfolgung gestoppt werden.

Für die Fahnder sollte sich der Einsatz gelohnt haben, wie sich schnell herausstellte. Das Paar kam von einer besonderen „Einkaufsfahrt“ in den Niederlanden und hatte leichtes, aber auch interessantes Gepäck dabei. Anders gesagt: Der Golf glich einem rollenden Drogenschrank.

Dafür sitzen nun der Mann F. (46) und die Frau U. (40) als Angeklagte vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Trier. Beide sind wegen Drogendelikten vorbestraft, sie leben seit vielen Jahren zusammen und haben ein gemeinsames Kind.

Was die Staatsanwaltschaft dem Paar vorwirft

Zu dem Auftritt des Paares am Grenzübergang Steinebrück heißt es in der Anklageschrift von Staatsanwältin Anna Koch: Am 6. November 2021 sollen die Angeklagten F. und U. am Übergang Steinebrück durch die Bundespolizeiinspektion Prüm einer Kontrolle unterzogen worden sein. 

F. soll stark drogensüchtig sein und im Handschuhfach und in der Beifahrertür des Wagens 152,18 Gramm Heroin und 48,92 Gramm Kokain mitgeführt haben. Die Betäubungsmittel habe er zuvor in den Niederlanden gekauft und sie zum Eigenkonsum oder teilweise zum Verkauf nach Deutschland einführen wollen.

Die Angeklagte U. soll den Wagen gefahren haben, wobei sie gewusst habe, dass F. Rauschmittel nach Deutschland einführen wollte. Bei der Kontrolle soll sie versucht haben, durch kurzfristiges Beschleunigen des Autos der Situation zu entfliehen. Soweit die Anklage.

Es kommt zur Absprache zwischen Verteidigern, Staatsanwaltschaft und Richtern

Beide Angeklagten sind einschlägig wegen Drogendelikten vorbestraft. Der Angeklagte F. befindet sich in Untersuchungshaft und ist derzeit auf gerichtliche Anordnung in einer Drogenmaßnahme untergebracht. 

Doch schon bevor die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz in die Beweisaufnahme startet, kommt der Verteidiger des Hauptangeklagten F., Marius Müller (Saarbrücken), mit einem Antrag: Er schlägt ein nach der Strafprozessordnung mögliches, verfahrensverkürzendes „Rechtsgespräch“ vor. Sein Kollege Michael Rehberger, Verteidiger von U., stimmt dem zu.

Bei so einer Absprache können sich Verteidigung, Anklage und Kammer auf ein maxi- wie minimales Strafmaß für die Angeklagten einigen. Voraussetzung: Die Angeklagten stimmen dem Vorschlag zu und sind zu einem vollen Geständnis bereit.

Und so kommt es: Alle Beteiligten willigen ein, es gibt eine längere Beratungspause ohne Öffentlichkeit, dann verkündet Vorsitzende Schmitz das Ergebnis: „Im Fall eines vollen Geständnisses wird von der Kammer für den Hauptangeklagten F. ein Strafmaß von mindesten drei Jahren bis höchstens vier Jahren Haft vorgeschlagen. Der Vorschlag für die Mitangeklagte U. reicht von mindestens eineinhalb Jahren bis maximal zwei Jahren Haft, die auf Bewährung auszusetzen sind.“ Die Angeklagten wie auch die Staatsanwältin willigen ein.

Das sagen die Angeklagten zu den Vorwürfen

Danach liegt das Augenmerk nochmals auf beiden Angeklagten. Nach kurzer Unterredung mit den Verteidigern erklären beide ohne Wenn und Aber, dass sich ihr Fall genau so wie in der Anklage dargestellt zugetragen habe. Mehr geht nicht.

Bevor der erste Zeuge des Tages gehört wird, ein an der Festnahme beteiligter Beamter der Bundespolizei, klärt die Vorsitzende noch ab, welche Zeugen für den nächsten Verhandlungstag wieder ausgeladen werden können. Am Ende bleiben noch zwei, die dann gehört werden sollen.

Die Verhandlung wird am Dienstag, 28. Juni, um 9 Uhr fortgesetzt.